DKW EL 462 Bodenfräse

Hier könnt ihr euren Motor oder euer Fahrzeug vorstellen. Egal ob restauriert oder nicht!

Moderatoren: MotorenMatze, meisteradam, Junkersonkel

Antworten
dasmaetzchen
Beiträge: 5
Registriert: Fr 13. Nov 2020, 07:06
Meine Motoren: H65, DKW EL 203 Maschinensatz, DKW EL 462 an Bodenfräse

DKW EL 462 Bodenfräse

Beitrag von dasmaetzchen »

… die Bodenfräse ist schon echt ein kultiges Gerät!

Nun zum zweiten Neuzugang:
Nach Erwerb des Maschinensatzes, habe ich hier und da nach DKW-Stationärmotoren geschaut.
So fand ich dann die Bodenfräse.
Zuerst die Daten und dann ein wenig Historie:
Erbaut 1942 bei Fa. Frithjof Gruhl Landmaschinenbau in Leipzig. Wahrscheinlich als Lizenzbau, da die Fräseinheit samt Abdeckung den bekannten Bungartz-Beodenfräsen ähnelt oder sogar von da kam.
Weiterhin kommt die Getriebeeinheit aus den ALTAS-Werken, damals wohl noch Delmenhorst.
Und angetrieben wird das Gerät von einem DKW EL 462 mit Amal-Vergaser.
Ein paar nette kleine Details gibt es auch. Es hat zwei Tanks. Wofür? Noch keinen Plan? Aber die Tank haben immer noch die Benzinhähne von MZAG. Zum Drücken.
Als Gasgriff ist eine komplette Armatur von Magura verbaut, welche auch an vielen Vorkriegsmaschinen zu finden ist. Ob die da wirklich ran gehört, glaube ich eher nicht, weil der Verstellhebel völlig ohne Funktion ist. Aber sie passt sehr gut zum Gesamtbild.
Auf der Abdeckung ist noch das Händlerschild zu finden. Ein Fa. Staats am Monbijouplatz 1 in Berlin.
Der Verkäufer aus Werder erzählte mir, dass seine Großeltern in den 40er bis zur Wende eine Gärtnerei hatten und die Fräse Anfang der 40er von einem Onkel kauften und von da an im Familienbesitz blieb. Somit halte ich das Gerät für sehr authentisch und auf jeden Fall erhaltenswert.
Im Nachgang war es auch gut, dass ich sie gekauft habe, der Verkäufer war kurz davor das Ganze in drei Teile zuschneiden und zu verschrotten.
Der Motor hat nach dem Reinigen des Vergasers und des Tanks schon erst Töne von sich gegeben. Allerdings musste ich bei Prüfen des Unterbrechers feststellen, dass dieser völlig abgenutzt ist und nur noch minimal abhebt. Im Netz konnte ich dann doch einen neuen finden. Dieser Unterbrechertyp wurde auch zu DDR-Zeiten in den ZW1103-Motoren verbaut und daher gibt es hier noch Ersatz.

Ein paar Fragen in die Runde:
Wer weiß etwas über die Fa. Frithjof Gruhl Landmaschinenbau aus Leipzig? (Im Netz findet sich nicht viel)
Wer kennt auch Bodenfräsen dieses Herstellers?
Hat jemand Unterlagen zum DKW EL 462?

Abschließend:
Was will ich damit? Die Frage kam in der Familie schon. Gebrauchen kann die Bodenfräse nicht.
Aber ich möchte sie weiterhin für die Nachwelt erhalten. Aus jetziger Sicht würde ich sie gerne als Leihgabe in einem Freilichtmuseum bei uns der Nähe ausstellen lassen. Vielleicht klappt das ja.
Dateianhänge
Fräse (17).jpg
Fräse (16).jpg
20201107_160610.jpg
20201107_160610.jpg (89.11 KiB) 175 mal betrachtet
20201107_160552.jpg
20201107_160507.jpg
Antworten