Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Hier kommen die Probleme mit den Motoren rein

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Layesp
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Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von Layesp »

Hallo zusammen,
ich habe folgendes Problem:
Motor UD-15 an einem Generator AB-2-0/230-M1
IMG-20200106-WA0003.jpg
Ventile wurden eingeschliffen und der Zylinder leicht gehohnt, danach habe ich das Spiel nach Vorschrift eingestell ( 0,1 -0,2mm )


Nach dem Probelauf ( ca. 1 Stunde ) habe ich das Spiel nochmals überprüft( Kalt ), jetzt hat sich das Spiel verändert, und zwar so:
Im OT (AV = 0,7mm) und (EV=0,7mm) einen Takt weiter nachdem das AV geöffnet hat, habe ich jetzt folgende Werte :
Im OT ( AV = 0,25mm) und (EV=0,0mm),dann einen Takt weiter wieder ( AV=0,7mm) und (EV=0,7mm)
Ich habe somit zwei verschiedene Werte :?:
Kann das sein? und bei welchem Takt stelle ich nun das Spiel ein ??
IMG-20200106-WA0003.jpg
Im Voraus schon mal vielen Dank für eure Meinungen.
Grüße
LayesP
Dateianhänge
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Re: Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von motorenbau »

Hallo
Layesp hat geschrieben:
Mo 6. Jan 2020, 20:26
bei welchem Takt stelle ich nun das Spiel ein ??
Ich mache das immer so:
  • Zylinder auf "Überschneidung" stellen (Stellung in der sich beide Kipphebel gleichzeitig bewegen). Motor steht jetzt im Gaswechsel-OT.
  • Kurbelwelle eine volle Umdrehung (360°) weiterdrehen. Motor steht jetzt im Zünd-OT, beide Ventile geschlossen.
  • Jetzt Ventile einstellen. In dieser Stellung sind die Stößel sicher im "Tal" der Nockenwelle
  • Bei Mehrzylindermotoren dieselbe Prozedur für jeden Zylinder einzeln durchführen.
So kannst Du verhindern, dass Du das Ventilspiel in einer Nocken- / Kurbelwellenstellung Stellung einstellst, bei der eines der Ventile geöffnet sein sollte.

Gruß
Christian
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Layesp
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Re: Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von Layesp »

Hallo Christian,

ich hatte mich nur gewundert das ich 2 verschiedene Einstellwerte für das Ventilspiel hatte.
Und zwar immer im wechsel, 0,7mm und 0,25mm!
Habe heute noch mal nachgestellt, jetzt ist das minimale Spiel 0,15mm ( OT ) und das maximale Spiel 0,7mm ( UT )

Ich hoffe das es jetzt richtig ist.Was mich noch wunderte, das bereits nach einer Stunde Betriebszeit sich die Einstellwerte so dramatisch verstellt haben.

Grüße
Richard

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Re: Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von walchi »

naja zwischen 0.15 und 0.7 is schon ein unterschied.
dass muss doch woher kommen.
ich vermute das geht evtl in richtung nockenwellenlager, steckendes ventil,kipphebellager oder stößelstangen.
bring ihn doch mal im kalten zustand auf ein maß..zb 0.2 zum testen wi folgt: drück an den kipphebel die ventile runter und lass si zurück schnellen, drück auch di stößelstangen ganz nach unten um evtl lagerspiel zu eliminieren.
dann einstellen.
wenns nach dem drehn sich ändert drück alles wieder mit der hand wie vorher runter und miss nochmal.
wenns dann wida passt ist iwas ausgeschlagn
lg

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Re: Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von motorenbau »

Hallo

Das ist aber schon etwas komisch. Das hört sich eher danach an, dass die Nockenwelle ziemlich schlampig gefertigt wurde. Aber wenn ich überlege, was ich an unserem GAZ-69 gesehen habe, wundert mich bei russischen Erzeugnissen nicht mehr viel...

"Qualitätskontrolle" war wohl teilweise so definiert: "solange es irgendwie funktioniert, kann man es ausliefern, egal wie es aussieht..."

Gruß
Christian
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Re: Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von ackerschiene »

Es ist ja ein Einzylinder, d.h. er hat auch insgesamt nur je einen Einlaß - und Auslaßnocken auf der gesamten Welle.
Dass sich das Ventilspiel nach Einschleifen, Einbau, Einstellen und dann Motorlauf noch ändert, ok, das kommt vor. Dass der selbe Nocken bei zwei Runden verschiedene Maße produziert, eher nicht. Erschließt sich mir nicht.

Ich hatte das Phänomen mal an einem F3l912 Deutz-Motor, da lag es an verschlissenen Kipphelbuchsen und deren Wellen im Lagerbock. Der Motor hatte da aber schon 6000 Stunden, für so ein kleines Aggregat eher unüblich, schätze ich.

Krumme Stößelstangen kämen noch in Betracht, denke ich, ggf. noch Gratbildung in den Kugelpfannen der Stößelstangen oder den Kugeln der Kipphebel.

Gruß, Uwe
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Re: Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von Layesp »

Hallo Uwe,

ich hab nicht das Gefühl das irgendwas ausgeschlagen ist, das Ventilspiel wechselt immer exakt ab, als ob die Nockenwelle einen Schlag hat oder ungenau verarbeitet ist.

Ich denke ich müsste mir die Nockenwelle und die Lager genau anschauen.Aber der Aufwand ist mir eigentlich zu hoch.
Ich hoffe das für die paar Betriebstunden das hohe Ventielspeil ( 0,7mm UT ) nicht schadet.

Am Wochenende werde ich ihn länger laufen lassen, danach kontroliere ich das Spiel noch mal.

So aber jetzt noch ne Frage ( Bitte nicht Lachen ):
Wie kontroliere ich mit dem Ölmess-Stab das Öl, muss der Mess-Stab eingeschraubt werden, oder genügt das Aufsetzen auf das Gewinde ( in der BA kann ich dazu nix finden ) :roll:
Grüße
Richard

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Re: Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von BUMI »

Moin, Du hast in Deiner Beschreibung ein Bild für die Steuerzeiten. Der fehler den Du beschreibst könnte evtl bei vertellter Nockenwelle entstehen - ist aber leicht zu kontrollieren.
Gruß, burgfried
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Re: Einstellen Spiel zwischen Ventil und Kipphebel

Beitrag von ackerschiene »

Hallo Richard

Grundsätzlich sind gechraubte Peilstäbe zum Messen nur aufzusetzen und nicht einzuschrauben.
Ich meine, auch irgendwo sowas für diese Motoren gelesen zu haben.

Gruß, Uwe
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