Zylinderkopfdichtung Sendling

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Christoph
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Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von Christoph »

Hallo.
Ich schraube immer noch an meinem Sendling SVO.
Hab nach tagelangem einweichen, klopfen und vorsichtigem keilen den Kopf endlich abbekommen.
Dabei ist die Kopfdichtung ziemlich zerfleddert.
Nun meine Frage. Kann es sein dass die Dichtung ca. 2mm stark war?
Welches Material ist geeignet um eine neue Dichtung zu schnitzen?
An meinem WS304 hab ich eine Flachdichtung mit Stahleinlage verwendet. Hier jedoch war keine Spur von Metall zu sehen!
Bin mir nicht sicher, was ich kaufen soll.
Danke und Grüße Christoph
Christoph
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Re: Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von Christoph »

Hy.
Hab bei der Suchfunktion jetzt was gefunden :oops:
Ich glaube das Material heißt Klingersil.
Wäre nur noch zu klären ob es sein kann, dass die Dichtung tatsächlich 2mm dick ist?
Gruß Christoph
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Standuhr
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Re: Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von Standuhr »

Hallo Christoph,
für den Zylinderkopf ist es vorteilhaft auch ein Material für Zylinderköpfe zu verwenden. Klingersil geht sicher auch aber nur wenn es nicht zu dünn ist. Mir ist eine an einem Sendling mit 1,5mm Stärke durch gebrannt! Um so dicker das Material dann wird um so schlechter kannst du es beim Anziehen verformen!
Da an den Sendlingmotoren die Dichtflächen auch oft sehr schlecht sind solltest du besser eine elastisches Material mit Stahleinlage (VA) verwenden. Ich habe AFN22 von Victor Reinz verwendet und kann es nur empfehlen:

https://media.autoteile.check24.de/doku ... gIGy_D_BwE

Hier ist ein Blatt AFM 1.2 mm dabei aber nur A4 Größe:


https://www.ebay.de/itm/REINZ-DIN-A4-Di ... SwnGldu~Ui


Das Problem war eigentlich nur die Beschaffung. Direkt über den Hersteller,selbst direkt durch die Firma in der ich arbeite,war nicht möglich nur über den Fachhandel. Habe es dann in einem benachbarten Autoteilehandel beziehen können. 1,5 m x 0,5m,t=1,2,ich glaube um die 80-90.-!!! War ein allmachts Kasperltheater,ich weiß ja nicht aber der Hersteller ist glaub nur darauf aus die Autoindustrie zu beliefern :evil: .
Es gibt sicher auch gleichwertige Materialien von anderen Herstellern doch ich wurde nicht wirklich fündig. Bei deinem Benziner ist 1,2 oder 1,5 mm Stärke ausreichend,Stärke nicht so wild ,ist kein Diesel. Ich habe zuerst den inneren Durchmesser ausgeschnitten , auf den Kopf gelegt und vorsichtig abgeklopft. Die Wasserkanäle habe ich dann mit dem Locheisen auf einer Kupfer oder Aluplatte ausgestanzt ,dann den Außendurchmesser geschnitten.
An meinem aktuellen WS356 war eine kupferkaschierte Papierdichtung eingebaut. Original sind oft nur Papier oder vielleicht sogar noch Asbestdichtungen :o verbaut. Diese hatten auch oft Eisenanteile in der Mischung und neigen auf Zeit stark zu korrodieren.


CIMG0005.JPG





Gruß Klaus
Juweli
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Re: Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von Juweli »

Hallo

Ich verwende normal immer Klingersil mit 2mm wenn die Dichtflächen nicht zu viel eingefressen sind
ansonsten kann ich Klinger Graphit empfehlen, die sind relativ weich und passen sich super an und
halten 300° aus, die kannst du dir beim Installateur bestellen

https://klinger.co.at/de/produkte/graph ... aminat-psm

LG. Helmut
Christoph
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Re: Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von Christoph »

Hallo.
Seid ihr alle gut ins neue Jahr gestartet :?:

Danke für die ausführlichen Tipps.
Das Klingergraphit hört sich ja top an.
Allerdings hab ich nach fast 2 stündiger Suche noch keinen Lieferanten gefunden :x
Das Reinz AFM22 könnt ich herbekommen.
Aber wie Klaus schon geschrieben hat nur in größeren Mengen und zu ca.80€.
Die Frage ist nun, kann ich das AFM22 auch für etwas neuere Motoren verwenden?
Mein Sendling WS 308 bräuchte nämlich auch ne neue Kopfdichtung.
Wäre ja praktisch, wenn ich eine Dichtung für mehrere Motoren verwenden könnte.
Grüße Christoph
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Standuhr
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Re: Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von Standuhr »

Hallo Christop,
klar kannst du das Matreial auch für andere Motore verwenden solange es kein Diesel ist! Da mußt du auf die Stärke achten zwecks Spaltmaß und Verdichtung!!!! Bei so einem alten Benziner ist das halb so wild.
Egal was du für ein Material verwendest es sollte als Zylinderkopfdichtung eine Metalleinlage haben so ist es stabiler besonders zwischen den Stegen Wasserkanäle und Brennraum. Klingerit "Papierdichtung" ist ja nicht schlecht jedoch würde ich dieses Material nicht unbedingt für eine Zylinderkopfdichtung verwenden ,da gibt es heute andere Lösungen. Wie bereits beschrieben ist es nicht so elastisch wie Graphit oder zB: AFM und legt sich nicht so gut in Dichtrillen oder Rostnarben. Ich habe im Netz auch schon etwas gesucht jedoch bin ich nicht richtig fündig geworden. Dichtungsmaterial mit Stahleinlage gibt es auch von vielen Herstellern jedoch oft schwierig oder fast gar nicht für eine Privatperson zu bekommen oder sündhaft teuer ,warum auch immer.
Ich hatte AFM gewählt da beim Versuch die Dichtung mittels Wasserstrahlschneiden heraus zu schneiden das Dichtungsmaterial (in dem Fall Graphit) sich von der Metalleinlage löste! Wenn du das mit einer stabilen Schere ausschneidest und die Kanäle mit dem Locheisen herausarbeitest (siehe Foto) ist das egal. Wenn es geht immer zuerst die Löcher und Wasserkanäle herausarbeiten so verhinderst du die Gefahr das etwas ausbricht,dann Innen und Außenkontur.
Die Metalleinlage (Spießblech) hat auf beiden Seiten kleine gestanzte Spitzen auf die dann das Dichtungsmaterial aufgewalzt wird und somit hält.
Wenn man immer wieder mal einen Motor herrichtet ist so eine Platte mit 1,5x0,5 m keine schlechte Investition,kann man auch bei anderen Fällen anwenden (Auspuff,Ansaugbrücke usw.) oder du mußt noch ein paar Motore kaufen :P .

Gruß Klaus
Christoph
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Re: Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von Christoph »

Moin.
Dann besorg ich mir mal das AFM22.
Das mit dem Ausschnippeln war mir soweit bewusst, habe aber schon den Dremel mit Minnitrennscheibe genommen um solche Sachen zu schneiden.
Ich hatte mal ne Dichtung mit Metalleinlage, da war das Blech locker einen Millimeter dick :shock:
Da war dann nichts mehr mit Schere :lol:
Ich dank schon mal bis zu meiner nächsten Frage ;)
Gruß Christoph
BUMI
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Re: Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von BUMI »

Moin, wenn Du da mit Dremel drangehst vergiss nicht, dass da Asbest drin sein kann oder ist - hängt davon ab, wie alt das material ist. Wenn Du unter 70 bist, kann das unschöne Auswirkungen haben.
Gruß, Burgfried
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Re: Zylinderkopfdichtung Sendling

Beitrag von Christoph »

Danke für die Warnung.
War aber auf jeden Fall neueres Material.
Wie sagte mir mal ein alter Dachdecker als es um Asbestplatten ging. “schnaufst halt net so viel beim flexen“ :lol:
Übrigens ist Altöl auf den Griffeln auch nicht gesund :!:
In diesem Sinne, bleibt gesund :D
Gruß Christoph
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