Deutz MIH 332 Kurbelwellenlager

Hier kommen Technische Fragen rein

Moderatoren: MotorenMatze, meisteradam, Junkersonkel

Antworten
DeutzSammlung
Beiträge: 4
Registriert: Do 3. Jan 2019, 22:10
Meine Motoren: DEUTZ MA 608
DEUTZ MA 711
DEUTZ MAH 711 3x
DEUTZ MAH 914
DEUTZ MAH 320
DEUTZ MIH 332
DEUTZ A1L712
DEUTZA2L514
DEUTZ T216
DEUTZ MAH 711 Funktionsschnittmodell
Wohnort: Löchgau

Deutz MIH 332 Kurbelwellenlager

Beitrag von DeutzSammlung »

Hallo zusammen,

bei meinem MIH sind die Kurbelwellenlager, hauptsächlich die unteren Lagerschalen, nach einem langen Arbeitsleben beschädigt. Die oberen Lagerschalen haben noch keine ausgebrochene Stellen. Nun ist mein Problem, dass ich auf dem Gebiet dieser Gleitlager noch keine Erfahrung gesammelt habe. Wer kann mir hierbei mit Rat zur Seite stehen. Was ist an Reparatur möglich? Wie geht es? Gibt es jemanden der diese repariert? Was benötigt man zur Reparatur alles ( Maße, etc. )? Habe in der Suchfunktion mit meinen Suchbegriffen leider nicht das passende Thema gefunden. Wer kann mir hierbei helfen?


Viele Grüße
Philipp


AB660605-ED78-4223-8B20-8EEF1E65854D.jpeg
8A570920-A469-46D1-8E89-D136BE4AED4C.jpeg

Benutzeravatar
waldtill
Beiträge: 234
Registriert: Sa 25. Aug 2012, 19:22
Meine Motoren: :
-MWM KD211Z Bj. 1955 auf Kramer
-Briggs&Stratton 3.5hp auf Gutbrod
-DEUTZ MIHZ 336 Bj. 1934
-GUIDETTI CONDOR A2

Re: Deutz MIH 332 Kurbelwellenlager

Beitrag von waldtill »

Hallo Philipp,
den Beitrag hattes Du auch gelesen?
Grüße
waldtill

DEUTZI
Beiträge: 33
Registriert: Do 19. Mär 2009, 21:05

Re: Deutz MIH 332 Kurbelwellenlager

Beitrag von DEUTZI »

Hallo Philpp,
auch wenn die oberen Lagerschalen noch gut aussehen, es müssen alle 4 Schalen neu ausgegossen und ausgedreht werden. Ich restauriere seit lägerem einen DEUTZ MIH 332 und einen DEUTZ MKH 239, bei beiden muss ich noch die Lagerschalen neu ausgießen. Bei dem MIH 332 sehen die Lagerschalen genau so wie auf deinem Bild aus. Ich habe mal eine Bild von den Lagerschalen meines MKH 239 angehängt, die sehen auch so nett aus.
Lecker Lagerschale MKH 239
Lecker Lagerschale MKH 239
PICT0174cutkl.jpg (103.41 KiB) 215 mal betrachtet
Auf dem Bild kann man gut sehen, dass in der Unterschale schwalbenschwanzförmige Nuten eingedreht sind, in denen sich auch das Weißmetall festhalten soll. Auf den Flächen sind keine Verzinnungsreste zu sehen. Warum? Da kann man nur raten: Entweder ab Werk nicht verzinnt oder Trennung durch die Belastung zwischen Unterlage und WM80. Für beide Lagerschalengrößen habe ich schon jeweils eine Vorrichtung angefertigt um die ausgegossenen Lagerschalen auf der Drehmaschine aufzunehmen und ausdrehen zu können. Für die Gussform habe ich die beiden verschieden große Kerne angefertigt. Weißmetall 80, Gießtiegel, Schmelzofen und Lust sind vorhanden. Es wird jedoch noch einige Zeit dauern, bis ich die Lagerschalen neu ausgießen werde, da ich vorher noch die Gießwinkel anfertigen werde. Wenn die Lager fertig sind, werde ich mal berichten wie es geworden ist.
Ein Makrobild zeigt das Bruchbild von WM80
WM 80
WM 80
PICT0170cutkl.jpg (70.7 KiB) 215 mal betrachtet
und das andere Makro ein Bruchbild von Antimon, welches in der WM80 Legierung enthalten ist.
Antimon
Antimon
PICT0172cutkl.jpg (55.52 KiB) 215 mal betrachtet
In der Zeitschrift: Die Verbrennungs-Kraftmaschine 3. Ausgabe 2005 Seite 19 beschreibt ein lieber Motorenfreund aus Augsburg wie so etwas gemacht wird. Dort ist auch eine Tabelle mit Angaben zum Lagerspiel.
Viele Grüße von Deutzi

Benutzeravatar
schmierlappe
Beiträge: 84
Registriert: Do 31. Mär 2016, 09:40
Meine Motoren: Sendling DM5
Deutz MAH611
Deutz MAH514
ILO LE50
Hatz E785, E79, E950
Mercedes OM636 im Unimog411
Deutz F3L912 im Schaeff Radlader SKL501
Deutz F1L411D mit Fimag Generator als Stromaggregat
Hatz ES75 im Gutbrod Einachsschlepper Trabant D
Zündapp M50, GTS50, KS80, KS100
Wohnort: Weilburg

Re: Deutz MIH 332 Kurbelwellenlager

Beitrag von schmierlappe »

Hallo, ich habe das Problem auch bei mir. Das Ausgießen mit Weißlagermetall hatte ich schonmal gemacht, aber nur bei einer geschlossenen Buchse. Das hat auch auf Anhieb funktioniert, als Kern hatte ich ein angewärmtes, konisches Stahlstück reingestellt was dann auch problemlos rausging.

Frage an die Fachleute:

Wie sieht so eine Lagerschalen-Aufnahme für die Drehmaschine aus? Hat da jemand ein Bild von?

Muss man zur Bearbeitung die Lagerschalen extra zusammenlöten oder hält die neue Laufschicht das ausreichend zusammen? Oder wird das mit der Aufnahme entsprechend zusammengehalten?

Ich habe die verfressenen Lagerschalen jetzt schon 5 Jahre auf meinem Schreibtisch liegen, aber noch keine sinnvolle Idee gehabt wie man die nach dem Ausgießen bearbeitet. Ich hätte gedacht das man dazu ein Bohrwerk mit Querschieber / Planschieber braucht.

DEUTZI
Beiträge: 33
Registriert: Do 19. Mär 2009, 21:05

Re: Deutz MIH 332 Kurbelwellenlager

Beitrag von DEUTZI »

Hallo zusammen,
meine Lagerschalenaufnahmevorrichtungen sehen so aus.
Die beiden Ausdrehvorrichtungen
Die beiden Ausdrehvorrichtungen
20200521_171113kl.jpg (44.6 KiB) 134 mal betrachtet
Links ist die für den MIH 332 und rechts für den MKH 239. Ich hatte da gerade etwas anderes aus 20 mm Stahlplatten gebaut und dachte für die Halter nehme ich die gleiche Stärke, kann nicht schaden. Also an der Grundplatte ist die eine Hälfte angescheißt (fest) und die andere Hälfte (lose) ist verschraubt und mit Passstiften versehen. Damit ich nicht so viel Material wegdrehen muss, habe ich schon mal ein bisschen rausgesägt. Wenn man ein gedrehtes Teil ausspannt und dann wieder einspannt, hat man ja immer mit der Messuhr zu messen, bis es wieder genau rundläuft. Deshalb drehe ich die Halter erst dann aus, wenn es mit dem WM80 ausdrehen losgeht. Die Grundplatte (links im unteren Bild) kommt dann ins große Vierbackenfutter. An den Lagerhalbschalen muss man vorher an den Trennfugen das überstehende WM 80 Material abfeilen.
Die axiale Lage zeigt die aufgelegte Lagerhalbschale.
Die axiale Lage
Die axiale Lage
20200521_171603cutkl.jpg (71.31 KiB) 134 mal betrachtet
Ach übrigens beschrieb der Motorenfreund aus Augsburg: Wenn du fertig ausgedreht hast und es ist zu groß geworden, fängst du einfach bei Punkt 1 der Anleitung wieder an.

Antworten