Drehmoment

Hier können Sie nach Motordaten Fragen wenn der Typ und Hersteller bekannt ist

Moderatoren: MotorenMatze, meisteradam, Junkersonkel

Wutzje
Beiträge: 19
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:27
Meine Motoren: Deutz MAH 711

Drehmoment

Beitrag von Wutzje »

Hallo und guten Tag,
ich bin schon eine Weile auf der Suche nach verläßlichen Angaben zum Drehmoment eines Deutz MIH432. Weiß jemand wo man diese Daten finden kann oder muß man das selber ausrechnen? Geht das überhaupt oder muß ein Versuchsaufbau her in dem der laufende Motor gebremst und gemessen wird?
Würde mich über erhellende Antworten freuen.
Mit bestem Gruß,
Dietrich
Benutzeravatar
motorenbau
Spezialist für Motorenbau / Motorenhersteller
Beiträge: 1552
Registriert: Di 2. Feb 2010, 22:12
Meine Motoren: Junkers 2HK65
Sendling SG
Sendling MS II
Sendling WS308 (2 Stück)
Sendling D12
Ebbs & Radinger G
Renauer RAX R
HMG Glühkopf 6PS
CL Conord C.11
Pineau&Ragot Type A
Deutz MAH711 Pumpenaggregat
Farymann ER
Holder Piccolo mit Sachs Stamo 6
Sachs Stamo 160
und diverse Landmaschinen und Traktoren
Wohnort: Wolfegg
Kontaktdaten:

Re: Drehmoment

Beitrag von motorenbau »

Hallo

Aus Leitung und Drehzahl kann man das Drehmoment ausrechen. Und zwar wie folgt:
  • M = P / ω --> Drehmoment ist Leistung (in Watt) geteilt durch Winkelgeschwindigkeit
  • einfacher ist es die "ingenieurmäßige" Formel P = M x n / 9550 umzustellen: M = P x 9550 / n mit
    M - Drehmoment in Nm
    P - Leistung in kW
    n - Drehzahl in 1/min
  • Die Leistung in kW erhältst Du, in dem Du die Leistung in PS durch 1,36 teilst
Alles Klar?

Gruß
Christian Schupp
http://www.motorenbau.eu
Mitglied M033 in der Interessengemeinschaft historische Motoren Deutschland (IG-HM)
Juweli
Beiträge: 91
Registriert: Sa 5. Sep 2015, 14:33
Meine Motoren: Renauer, Warchalowski, Deutz, Lister, IHC, Sendling, Rax, Juwel, Exinger
Wohnort: Oberösterreich

Re: Drehmoment

Beitrag von Juweli »

Hallo

Mit einen Rechner geht es noch einfacher

https://www.wolfgang-frank.eu/drehmoment.php

LG. Helmut
BUMI
Beiträge: 1130
Registriert: Mi 8. Apr 2009, 09:49
Meine Motoren: Stationär Glühkopf Neufeldt&Kuhnke Kiel
Bootsmotor Solo G3 ca 1938
Bootsmotor Gray S 1908
Stationär MAK ME 15 Kiel 1948

Re: Drehmoment

Beitrag von BUMI »

Moin, weil wir ja auch noch mit der Hand, Ps und Kilopondmeter rechnen:
Drehmoment = 716,2 mal Leistung in Ps durch Drehzahl in Umdr.pro Minute.
Die 716,2 hängen mir irgendwie im Kopf - vielleicht kontrolliert das mal jemand
Gruß, Burgfried
Kultur ist die Zügelung der Gier.
Dicke Eier sind nicht immer ein Zeichen für Potenz - es könnte Krebs sein
Achte auf Deine Träume - der Narr hat schönere als der Weise
Wutzje
Beiträge: 19
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:27
Meine Motoren: Deutz MAH 711

Re: Drehmoment

Beitrag von Wutzje »

Hallo und guten Tag,
vielen Dank für die Rückmeldungen.
Den verschiedenen Berechnungsvorschlägen zufoge hat der oben genannte Motor also rund 366Nm oder 37,3 Kilopondmeter bei 25Ps und 480U/min. Das ist dann aber nich das maximale Drehmomentdes Motors vermute ich mal, denn das liegt wohl bei einer geringeren Drehzahl.
Wieviel Ps und Drehmoment hat der Motor dann bei 250U/Min? Also doch z.B. nach Werksangaben von Deutz suchen oder einen Versuch durchführen... oder mit einer Schätzung zufrieden sein.
Mit bestem Gruß,
Dietrich
BUMI
Beiträge: 1130
Registriert: Mi 8. Apr 2009, 09:49
Meine Motoren: Stationär Glühkopf Neufeldt&Kuhnke Kiel
Bootsmotor Solo G3 ca 1938
Bootsmotor Gray S 1908
Stationär MAK ME 15 Kiel 1948

Re: Drehmoment

Beitrag von BUMI »

Moin, der Diesel hat über einen sehr weiten Bereich das gleiche Drehmoment. Der Abfall im höheren Drehzahlbereich entsteht durch die steigenden Strömungsverluste im Ansaugtrakt. Das Drehmoment hängt von der pro Arbeitstakt eingespritzten Kraftstoffmenge ab. So lange für die Verbrennung genügend Luft und Zeit da ist, entsteht daraus das gleiche Drehmoment.
Wenn die Einspritzpumpe am Anschlag liegt und der Motor auf Nenndrehzahl läuft, kann man das abgeforderte Drehmoment leicht erhöhen , der Motor fällt mit der Drehzahl ab. Weil der Drehzahlabfall größer ist, als der Anstieg des Drehmomentes, sinkt die Leistung. Das kann man so lange tun, bis die verbrennung der eingespritzten Kraftstoffmenge schlechter wird, dann ist das maximum des drehmomentes erreicht. Ab diesem Punkt ist der betrieb des motors sehr sensibel: Erhöht man das abgeforderte Drehmoment ein wenig, sinkt die Drehzahl des Motors. Weil nun die Verbrennung noch schlechter wird, sinkt das abgegebene Drehmoment (Das was als Ruß aus dem Auspuff fliegt, kann kein drehmoment mehr erzeugen). Lässt man das abgeforderte Drehmoment so stehen, stirbt der Motor sehr schnell ab. Wenn man unterhalb des maximalen Drehmomentes Messungen machen will, muss das abgeforderte Drehmoment sofort nach dem Absinken der drehzahl so weit gemindert werden, dass die Drehzahl nicht weiter absinkt - senkt man zu weit ab, steigt die Drehzahl wieder. Vom Maschinisten ist bei diesen Betriebszuständen höchste Aufmerksamkeit gefordert.
Ich gehe mal davon aus, dass bei deinem Motor dieser Punkt sehr weit unten im drehzahlbereich liegt. Deshalb kannst Du in erster Näherung genau genug über die Drehzahlverhältnisse gehen:
Pumpe am Anschlag und halbe Drehzahl = halbe leistung.
Gruß, burgfried
Kultur ist die Zügelung der Gier.
Dicke Eier sind nicht immer ein Zeichen für Potenz - es könnte Krebs sein
Achte auf Deine Träume - der Narr hat schönere als der Weise
BUMI
Beiträge: 1130
Registriert: Mi 8. Apr 2009, 09:49
Meine Motoren: Stationär Glühkopf Neufeldt&Kuhnke Kiel
Bootsmotor Solo G3 ca 1938
Bootsmotor Gray S 1908
Stationär MAK ME 15 Kiel 1948

Re: Drehmoment

Beitrag von BUMI »

Moin, Nachtrag: das kannst Du auch mit einem Pronyschen Zaum selber messen.Der Zaum setzt die Leistung in Wärme um, muss mit fließendem Wasser gekühlt werden - Im Motorenmuseum in Greena liegt so ein Teil, ist aber nicht in betrieb.
Gruß, Burgfried
Kultur ist die Zügelung der Gier.
Dicke Eier sind nicht immer ein Zeichen für Potenz - es könnte Krebs sein
Achte auf Deine Träume - der Narr hat schönere als der Weise
Wutzje
Beiträge: 19
Registriert: Mo 3. Okt 2016, 18:27
Meine Motoren: Deutz MAH 711

Re: Drehmoment

Beitrag von Wutzje »

Hallo Burgfried,
vielen Dank für die Infos.
Jetzt weißi ch ja schon mal grob wieviel Drehmoment der Motor hat, man kann es ja ganz gut berechnen wie ich gelernt habe. Die Messung mit einem Zaum scheint mir etwas kompliziert aufzubauen und auch die Durchführung könnte interessant werden.
Ich habe ja wirklich gehofft, daß es von Deutz Angaben gibt oder daß das schon einmal mit einer Wirbelstrombremse oder ähnlichem gemessen und dokumentiert worden ist und daß jemand einen Link dazu hat. Scheint aber nicht der Fall zu sein.
Danke an alle.
Mit bestem Gruß,
Dietrich
reklov
Beiträge: 1
Registriert: Mi 20. Okt 2021, 22:31
Meine Motoren: Deutz MAH 711

Re: Drehmoment

Beitrag von reklov »

Hallo Dietrich,

auch wenn ich mich neu in diesem Forum angemeldet habe und dies mein erter Beitrag ist, erlaube ich mir, einen Beitrag zur Beantwortung Deiner Frage zu leisten.
Ich bin im Besitzt eines Deutz MAH 711, den ich zur Zeit aufarbeite. Mein Ziel ist es, mit diesem eine Hydraulikpumpe (genauer, eine Hydraulikdoppelpumpe) und/oder eine Wippkreissäge zu betreiben. Die starre Kopplung dieser Aggregate mit dem Motor stört mich etwas, weshalb ich mich auf die Suche nach geeigneten Kupplungen begeben habe.
Um meinem Ziel etwas näher zu kommen, erwarb ich die "Liste 50, Kupplungen" der Firma Ortlinghaus.
(Ein Erscheinungsjahr ist bei dieser Liste nicht angegeben, aber sie muss, da auf die D.R.P und D.R.G.M. hingewiesen wird, vor 1945 erschienen sein.)
Auf Seite 11 dieser Druckschrift werden Hinweise zur Berechnung von Drehmomenten von Elektromotoren (Kurzschlussläufer) und Dieselmotoren in Verbindung verschiedener Lasten angegeben.
Die Berechnung des Nennmoments wurde hier ja schon beschrieben.

Im Katalog wird hierzu die Formel

Md=716*N/n, mit

N= Leistung in PS,
n= Drehzahl 1/min
Md= Drehmoment in mkg

benutzt. Die nicht mehr gebräuchliche Einheit mkg entspricht 9.81 Nm.
Für Md in Nm ergibt sich also für die Formel
Md=716*9.81*N/m=7024*N/m

Aufgrund der relativ hohen, in den Schwungrädern gespeicherten Rotatoinsenergie, kann der Motor kurzzeitig ein viel höheres Drehmoment als das Nennmoment abgeben. In der Liste sind hierzu die Faktoren angegeben.

Beste Grüße

Volker
20211111_200556_ji.jpg
20211111_200652_ji.jpg
Benutzeravatar
schmierlappe
Beiträge: 122
Registriert: Do 31. Mär 2016, 09:40
Meine Motoren: Sendling DM5
Deutz MAH611
Deutz MAH514
ILO LE50
Hatz E785, E79, E950
Mercedes OM636 im Unimog411
Deutz F3L912 im Schaeff Radlader SKL501
Deutz F1L411D mit Fimag Generator als Stromaggregat
Hatz ES75 im Gutbrod Einachsschlepper Trabant D
Zündapp M50, GTS50, KS80, KS100
Wohnort: Weilburg

Re: Drehmoment

Beitrag von schmierlappe »

Hallo,
was soll denn mit dem MIH angetrieben werden, das man so genau das Drehmoment braucht?
Man wird den Motor schon wegen der Rußentstehung/ Verbrauch nicht bis an die Leistungsgrenze ausnutzen wollen. Günstige Werte für Verbrauch und Abgas sind beim Vorkammer Diesel etwa bei 3/4 Last.
Antworten