Restauration Bossard Petrolmotor

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- Müller & Vogel Typ R, 4-5 PS, St. Aubin (Schweiz), Baujahr 1912
Müller & Vogel, Typ unbekannt, Baujahr ca. 1908

Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von SwissEngines » So 24. Nov 2019, 19:27

Hallo zusammen,
Mitte Jahr gelang es mir einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen, einen Motor aus den Anfängen des Motorenbaus mein Eigen nennen zu können.
Dabei handelt es sich um einen Petrolmotor mit Glührohrzündung der Firma R. Bossard welche in Genf ansässig war.
Der Motor wurde in einer Auktion in Holland
Die Auktion sollte bis zur letzten Sekunde zur Zitterpartie werden.
Meine Limite war bereits ausgeschöpft, die Auktion eigentlich beendet, aber:
Es wurde auf andere Motoren der Auktion munter weiter geboten, woraufhin sich mit jedem Gebot das Auktionsende aller Artikel in der Auktion um jeweils 5 Minuten verlängerte.
So ging es dann noch gut 2 Stunden weiter - meine Nerven waren zum zereissen gespannt.
Glücklicherweise bot keiner mehr auf den Bossard Motor und es gelang mir tatsächlich den Motor zu kaufen.

Am 25. Juli 2019 war es dann soweit, ich startete um den Motor abzuholen. In Holland angekommen besuchte ich noch einige Motorensammler sowie das Treffen in Panningen.

Frühmorgens am 29. Juli machte ich mich dann auf den Weg um meinen Motor abzuholen.
Dort angekommen gabs erst mal einen Kaffee und es gab noch viele schöne Motoren zu sehen.

Kurz darauf ging es daran den Bossard Motor zu verladen. Dies bedeutete, das Ich erstmal mein Nachtlager sowie meinen ganzen anderen Krempel ausladen musste.
Dann mussten am Motor einige Teile abgeschraubt werden, damit er der Höhe wegen in den Bus passte.
Hinterher mein ganzes Zeugs wieder einladen, den Motor ordentlich verzurrt, nochmals einen Kaffee genehmigt, mich verabschiedet und los gings Richtung Heimat.
Sicher Verladen - los gehts!
Sicher Verladen - los gehts!
750 km. Lagen nun vor mir. Mein Nachtlager teilte ich nun mit einem alten Motor, was sich vom Geruch her stark bemerkbar machte - egal.
Die Fahrt ging ohne grössere Probleme vonstatten und auch mit der klappte alles Reibungslos.
Zu Hause angekommen:
20190810_161457(0).jpg
Der Zweite Teil folgt schon bald.

MfG. Daniel

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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von SwissEngines » So 24. Nov 2019, 20:20

2 Teil:

Alsbald folgte dann die Bestandesaufnahme.
Der Motor ist in einem Guten Allgemeinzustand.
Kompression ist vorhanden, kein Spiel in den Lagern, keine Risse oder Brüche vorhanden. Die Originalfarbe mit den von Hand gemalten Linierungen ist zu einem grossen Teil erhalten geblieben und ist in gutem Zustand.
Dateianhänge
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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von SwissEngines » So 24. Nov 2019, 20:25

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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von SwissEngines » So 24. Nov 2019, 20:40

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20190818_133815.jpg
20190908_150624.jpg
Nachgebaut werden müssen:
- Typenschild
- 2 Stück Dochtöler für Kurbelwellenlager
- Treibstofftank

Die Wasserkühlung muss komplett neu Aufgebaut werden.
Daneben muss der Motor gründlich gereinigt werden.
Die Originalfarbe bleibt erhalten.
Das Ölauffangblech liegt lose zwischen Motor und Wagen, Gewinde im Motorblock zur Befestigung von eben jenem sind Vorhanden, jedoch sindam Original, schön warmgenieteten Auffangblech alle 4 Laschen abgerissen.

So, der nächste Teil folgt ein anderes Mal.

MfG. Daniel

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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von meisteradam » Mo 25. Nov 2019, 03:42

Hallo Daniel :P

Das ist ein sehr schönes Stück aus der Geschichte des Motorenbaus.
Er ist aber auch wirklich teuer bezahlt :!:
Da ist es gut , daß du Schweizer bist. :lol:
Vor dem Besitzer in Holland stand der Motor in Frankreich.

MfG ;)
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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von SwissEngines » Mo 25. Nov 2019, 04:40

Hallo Thomas,
Von diesem Typ der Bossard Motoren sind nur 3 Stück bekannt. Einer steht im Museum von Wim van Shayjk und ist Top Restauriert.
Ein Zweiter steht in Frankreich, ist in sehr schlechtem Zustand mit vielen Fehlteilen, einem Frostschaden der übelsten Sorte und einem ebenso üblen Bruch im Zylinder und er ist ein Rosthaufen der allerübelsten Art die man sich nur vorstellen kann.
Da wird die Restauration eine sehr teure Sache...

Der Dritte im Bunde steht nun eben bei mir.
Es gleicht also mindestens einem Sechser im Lotto einen Bossard Motor in solch gutem Originalzustand zu finden.

Die Sache mit dem Kaufpreis hat nichts mit der Nationalität des Käufers zu tun - in jedem Land dieser Erde gibt es Menschen die das Glück haben über das nötige Kleingeld zu verfügen und diese haben es sich meistens auch selber hart erarbeitet. ;)

MfG. Daniel

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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von meisteradam » Mo 25. Nov 2019, 18:16

Hallo Daniel :P

Rosthaufen der übelsten Sorte sieht bei mir anders aus :!:
K640_bos 3 - Kopie.JPG
K640_bos 3 - Kopie.JPG (50.94 KiB) 362 mal betrachtet
Deiner ist in absolutem Traumzustand.

Wann werden wir ein Video des ersten Laufes zu sehen bekommen?

MfG ;)
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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von SwissEngines » Mo 25. Nov 2019, 19:00

Hallo Thomas,
Bis mein Motor wieder läuft dauert es schon noch ein wenig. Momentan ist er fast komplett demontiert und ich bin daran die wenigen Teile die nicht original sind, nachzubauen.

Sicher kann man den Motor auf deinem Foto reparieren.
Jedoch nur mit riesigem Aufwand.
Da fehlen viele Teile, genau so viele sind nicht Original.
Der Preis zu welchem er verkauft werden würde ist auch nicht gerade ohne..

Am Ende wird der Motor mindestens so teuer wie meiner.

MfG. Daniel

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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von SwissEngines » So 1. Dez 2019, 10:23

Hallo zusammen,
Wieder Wochenende, Ich habe Zeit am Motor zu Arbeiten und Teil 3 des Berichts zu veröffentlichen.

Folgendes ist inzwischen passiert:
Der Motorblock samt Kurbelwelle und Schwungrad wurde zwecks Reinigung und Konservierung von seinem Wagen gehoben. Dies geschah mit einem mobilen Werkstattkran dessen Fahrgestell so konstruiert ist, das eine Europalette dazwischenpasst, eine geniale Sache!

Der Motorblock wurde mit Kleinteilereiniger gründlich gereinigt, das Ergebnis kann sich sehen lassen:
20191201_094031.jpg
Danach habe ich den Motor mit einer Mischung aus 2 Teilen Terpentinöl und 1 Teil Leinenöl von Kopf bis Fuss eingepinselt. Wichtig ist es ausreichend und gleichmässig Öl aufzutragen. Ein Pinsel eignet sich besser als ein Putzlappen, so werden feine Kratzer im Lack aufgefüllt. Das Öl braucht jetzt ca. 2 Wochen um in die Farbe / das Eisen einziehen zu können. Wie ihr sehen könnt lohnt sich der Aufwand:
20191201_095216.jpg
20191201_095318.jpg
20191201_095440.jpg
Wenn ihr dies an eurem Motor auch machen wollt, rate ich euch diesen Arbeitsschritt draussen zu machen und die behandelten Teile dann die nächsten 2 Wochen zwar unter Dach, jedoch nicht in einem geschlossenen Raum stehen zu lassen, bis das Öl vollständig eingezogen ist.
Wichtiger Hinweis: Mit Öl getränkte Putzlappen im Freien auf einem Draht aufhängen ,mehrere Tage auslüften lassen und erst dann in den Abfallsack/Eimer schmeissen, ansonsten riskiert ihr mit hoher Wahrschenlichkeit einen Brand, da sich die Ölgetränkten, zusammengeknüllten Putzlappen selbst entzünden können.

Der Kolben + Pleuel:
20191117_132209.jpg
Kolben und Pleuel sind in gutem Zustand, sie werden lediglich gereinigt und wieder eingebaut.

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Re: Restauration Bossard Petrolmotor

Beitrag von SwissEngines » So 1. Dez 2019, 10:31

Der revidierte Tropföler:
20191109_072452.jpg
Inzwischen habe ich alle Schrauben + Muttern vom Rost befreit und eingölt.

In der Zeit die das auf Motorblock und Kleinteile aufgetragene Öl zum einziehen braucht, werde ich den Wagen wo der Motor darauf steht in Angriff nehmen, er wird von altem Öl befreit, abgeschliffen und neu angestrichen. Ebenfalls werde ich den Kolben und alle Teile mit Schmierkanälen reinigen.

Bis zum nächsten Teil.

MfG. Daniel

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