Na also - geht doch MKH 239?

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BUMI
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Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon BUMI » Sa 1. Mär 2014, 20:37

30 jahre geträumt, nun ist er da:
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K800_Deutz 1.JPG
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Der Motor stammt aus einer Mühle. Nummer 217 560
Interessant dabei die Transmissionswelle ,mit einer 2 Meter Riemenscheibe. die beiden Abtriebsscheiben von 60cm Durchmesser sind sehr massiv, möglicherweise geschmiedet. Das sieht nach hoher Riemenzugkraft aus - was kann da dran gehangen haben?

Bislang sah ich nur in einem Video das geteilte Schwungrad von 2 Meter Durchmesser.

Nachdem nun die erste Euphorie abebbt, kommen einfache Fragen hoch:
- Gibt es Probleme beim Betrieb eines geteilten Schwungrades?
- Gibt es eine Montageanleitung dazu?
- wie viele Euros muss man für Lagerzapfen schleifen und Grundlager erneuern ansetzen?

Gruß, Burgfried
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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon SACHS Spalter » Sa 1. Mär 2014, 21:00

:shock: :shock: :shock:

Ist das Schwungrad und der Motor so groß oder sieht das nur so aus??

MfG Jan-Philip

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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon Jannick P. » Sa 1. Mär 2014, 21:10

Hallo Bumi!
Herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen Motor!
Da hat sich das Träumen doch gelohnt :D
Kann dir leider bei deinen Fragen nicht groß Helfen da unser MKH 139 eine "ganze" Schwungscheibe hat. Habe also keine Erfahrung mit einer geteilten Schwungscheibe. Habe aber ein Bild wo ein Schwungrad geteilt wird, auch ganz Interessant. Kann ich bei Interesse mal einscannen und hochladen.
Auf jeden Fall viel Spaß beim Aufbau des Motors ;)

Gruß, Jannick
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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon gft » Sa 1. Mär 2014, 21:42

Hey Burgfried,
Erstmal herzlichen Glückwunsch zum Deutz!!! 8-)
Das könnte ja mal wieder ein schönes Tagebuch einer "Großbaustelle" geben, freu mich drauf! :P

Zur Technik, bin zwar beim Thema Deutz eher der Laie, aber beim reinen Betrachen der Bilder hätt ich gesagt, das geteilte Schwungrad an sich ist prima, weil einfacher zu Händeln!
War sicher eine Sonderbestellung weil man ein Normales aus Platzgründen nicht ins Gebäude bekam, oder? :?:
Montagemäßig sehe ich persönlich das nicht so schlimm, alle Flächen sauber machen, leicht einfetten, richtige Richtung der beiden Hälften zueinander und ggv zum Motor, alle Bolzen rein und dann wie üblich von Innen nach Außen über Kreuz anziehen, beginnend an der Keilnut! Das Ganze nicht bei Frost wegen der erhöhten Brüchigkeit des Gusses bei Kälte und zusätzlichen Spannungserhöhung durch Wärmeausdehnung! Also 20 Grad und mehr sind am besten,....

Transmission scheint die Erste zu sein, also die gesamte Kraftübertragung vom Motor weiter irgendwo versetzt,....
Oftmals laufen Mühlenhauptwellen zum Mahlsteinantrieb so mit um 100 Umdrehungen, also rechne mal von deiner Nenndrehzahl des Motors aus die Untersetzung auf die Welle, wird in der Gegend um 90 bis 120 U/min liegen,...

Welle schleifen wirklich notwendig??? Mess mal nach mit einer Bügelmessschraube, ob die vier Zapfen nicht noch gut sind,.....
Lagerschalen echt kaput?????
Wenns nicht sehr schlecht ist, reichen bei einem Ringschmierer im Rentnerbetrieb mit kaum Last oft noch die alten Lager!
Meistens ist "gut gemeint" das Gegenteil von "gut gemacht",...... :lol:
Nur sauberes Ausrichten der drei Wellenlager ist extrem wichtig!! :!:
Unbedingt später Kontrollmessung der "Wellenatmung" durchführen, gerade bei alten Lagern besonders wichtig! :idea:

Hast nen Fundamentplan????
Ganz grobe Richtschnur für nen schönen und sichern Motorlauf bei wenig tragfähigen Untergründen ist Motorgewicht komplett mal 5 ergibt Fundamentgewicht, geteilt durch das Spezifische Gewicht von Beton die Kubikmeter! Beim 240 PS Herforder mit 150 Liter Hubvolumen sind`s stattliche 52 Kubikmeter, also 8 bis 10 Betonwagen voll!!!! :o :o :o
Ob der Deutz auch entsprechend seiner Größe viel braucht oder ob das die berühmte Laufruhe eines Herforder ausmacht, weiß ich nicht, aber mach nicht zu knapp!! Hab da schon bebende Böden und wackelnde Außenlager gesehen, das ist Murks :cry:

Gruß,
Dieter

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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon gft » Sa 1. Mär 2014, 22:21

Noch ne "blöde" Frage zu den Bildern,
das Schwungrad wurde außen nur gekeilt oder wie??
Sieht irgentwie nicht nach einer Schraubbefestigung aus, eher als wenn dort ein Zapfen gesteckt wird und beidseitig mittels Zugkeil fixiert?!
Hast den Einbauort gesehen?
Hat der Motor noch eine Kupplung auf der Welle?
So eine große geteilte Riemenscheibe haben wir auch auf einer unterirdischen Transmission als Gegenstück zu einer Kupplung auf der Motorwelle!
Anlassen mit der ganzen Mühle im Antriebsstrang geht bei Dampf, aber nicht bei Diesel!
Riemenbreite bei solchen Antrieben meist so um mindestens 20 cm Breite und über 60 cm Durchmesser, sonst kriegst die Kraft kaum rüber!
Gruß,
GFT

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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon BUMI » Sa 1. Mär 2014, 23:02

Hallo Dieter, das Schwungrad wird nur an der Nabe geschraubt, im Kranz werden Bolzen eingeschoben, die ein Langloch haben. Da werden Keile eingesetzt. Ich habe nur noch nicht herausgefunden, wie die daran gehindert werden, wieder herauszufallen.
Mit der großen Riemenscheibe bin ich am spekulieren, ob die die Aufgabe hat, die Riemenkraft der Untersetzung von der Motorlagerung fernzuhalten.
Es ist offenbar keine kleine Scheibe auf der Kurbelwelle vorgesehen, der Riemen könnte direkt auf dem Schwungrad gelaufen sein.
Die Lager auf der Schwungradseite sehen wirklich böse aus - das wird aber erst einer der übernächsten Schritte sein.
Den Einbauort habe ich nicht gesehen - der Motor lag leider längere Zeit draußen bereit zum Schrotten. Eine Kupplung ist in den Teilen, die ich hier habe, nicht vorhanden
Gruß, Burgfried
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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon gft » Sa 1. Mär 2014, 23:30

Siehst, dacht ich doch,...... ;)
Hast die Keile noch??? entweder ein Keil mit Gewinde drauf, a la Fahrradpedal, oder zwei Keile gegeneinander, da fällt auch nix, oder hast schon mal eine Drehspitze mit "Morse" Kegel aus dem Reitstock fallen sehen,... Lach
Deine Kurbelwelle ist doch lang genug um eine Kupplung oder sowas zu tragen, denk ich mal?! Mit einer Untersetzung vom Schwungrad auf die Riemenscheibe kommst nicht langsam genug für einen Mühlbetrieb und wie gesagt, anlassen unter Last nicht möglich!!!
Um einen Riemen zu schieben von einer "Losscheibe" auf eine "Festscheibe" ist keine der Scheiben breit genug, also fehlt da wat aus der alten Technik!
Bei der Größe des Motors haben mindestens 2 Mühlsteine und andere Arregate dran gehangen, entweder als Altertnativantrieb zu natürlichen Resorcen, oder als Ersatz von Dampf!
Bei deiner großen einzelnen Scheibe glaub ich an zweiteres,weil ne Dampfmaschine meist langsamer gelaufen hat!
Aber eins ist Sicher, bei Mühlen gab es ALLES, also weißt nie, wie der Mühlenbauer was gerade gebaut hat! :P

Ist auch eigentlich egal, hast ein paar schöne Stücke und mach`s beste draus!!! :mrgreen:

Welle schleifen brauchst seltens, da du sowieso schaben mußt und Lagermetal gibts doch hier, oder Spezialfirmen die Lager neu ausgießen!!
Preise schwanken nach Qualität und Aufwand, wat billig ist, ist oft auch nix,.....
Gruß,
Dieter

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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon Jan » So 2. Mär 2014, 09:35

Die Kupplung könnte auch auf der Mühlenwelle gesessen haben. Bei unserem Dieselmotor wurde von einer festen Riemenscheibe auf der Kurbelwelle auf eine große feste Riemenscheibe auf der Mühlenwelle gearbeitet. Die Mühle wurde dann nach dem Erreichen der notwendigen Drehzahl über eine Wülfelkupplung angekuppelt. Also nix mit Losscheibe und dergleichen. Wenn ich die große geteilte Riemenscheibe auf einem der Fotos im Hintergrund sehe, könnte ich mir vorstellen, dass es bei dieser Mühle ähnlich gewesen ist. Andererseits spricht die schwere geteilte Schwungscheibe des Motors eher für Generatorbetrieb.

Nachtrag:
Auf dem ersten Foto sieht man übrigens auch einen Teil der Haupttransmission. Die große Riemenscheibe saß auf der linken Seite der Welle dort, wo es noch ein wenig blank ist. An beiden Seiten der Welle sind Kupplungsstücke montiert, deren Gegenstücke allerdings fehlen, da sie auf der nicht mehr vorhandenen Wellenverlängerung saßen. In der Mühle wurden die Mühlenmaschinen also von beiden Seiten angekuppelt.

Gruß
Jan

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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon BUMI » So 2. Mär 2014, 12:59

Hallo Jan, das mit der Kupplung leuchtet ein, es erklärt auch die massive Konstruktion der Scheiben an den Wellenenden. Wat die Kupplung innen in den Scheiben gearbeitet?
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Re: Na also - geht doch MKH 239?

Beitragvon Jan » So 2. Mär 2014, 13:30

Hallo, Burgfried!

Ich vermute, dass die Kupplungen wie auf der beiliegenden Skizze ausgesehen haben.Dabei wird die Felge der Scheiben auf Deiner Welle über einen Stellmechanismus von vier Klemmbacken gefasst und so die Verbindung zwischen den beiden Wellen hergestellt.

Gruß
Jan
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