MAH 916 springt nach Wechsel Kopfdichtung nicht an

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willy
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Re: MAH 916 springt nach Wechsel Kopfdichtung nicht an

Beitragvon willy » Mi 5. Dez 2018, 08:02

Ich begreif trotzdem nicht wie das Ding vorm ZKD Wechsel überhaupt funktionieren konnte. :?:
Ich begreif auch nicht, warum wir jetzt keine Kompression mehr haben, :?:
Man hört es nirgendwo rausblasen, -pfeifen oder -zischen.

Die Ventile haben wir jetzt eingeschliffen. Trotzdem null Kompression.
Wenn wir bei gelöstem ZK die Ventil-Feder abbauen, das jeweilige Ventil nur von Hand zuhalten bzw. zuziehen, und dann bspw. den Einlasskanal mehrere cm voll mit Benzin fluten, dann wird der Rand des Ventiltellers nach ca. 15 Sekunden leicht feucht. Das ist für meine Begriffe für einen 80 Jahre alten Motor wirklich ganz Ok.

Kann mir nicht vorstellen, dass diese winzige Undichtigkeit einen Kompressionsverlust von 14 bar ausmacht (20 muss er doch haben oder?)
bei der 6...8 bar Kompression geht auch nicht mit Startpilot etc. ...keine einzige Zündung

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StamoChristian
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Re: MAH 916 springt nach Wechsel Kopfdichtung nicht an

Beitragvon StamoChristian » Mi 5. Dez 2018, 13:55

Hallo Willy,
zunächst einmal eine ganz blöde Frage, um auf einen gemeinsamen Informationsstand kommen: hat der Motor nun nach einschleifen der Ventile "null/keine Kompression" oder "6...8 bar Kompression". Null wäre ja sogar ein Rückschritt, nix, nada, njente :shock: Sechs bis acht bar sind zwar zu wenig, wären aber zumindest ein Anfang.

Hast du den Regler-Stellung wieder in den Ursprungszustand zurück gebaut? Lass uns die Steuerzeiten, so merkwürdig diese Sache auch ist, erstmal bei Seite lassen und uns der Kompression widmen. Denn die sollte auch komplett ohne jeden Regler, Pumpe etc. da sein. Die wird von genannten Teilen ja nicht beeinflusst.
Eigentlich sollten die Ventile schon gasdicht bzw. flüssigkeitsdicht sein. Dichten ja konisch ab. Wenn da Benzin durchkommt, sind sie nicht richtig dicht, egal ob nach 15 Sekunden oder drei Minuten. Ich stimme dir allerdings in dem Punkt zu, dass durch diese (geringe) Undichtigkeit nicht so viel Kompression flöten gehen kann. Zumindest nicht innerhalb diesem kurzen Zeitraum, wenn der Kolben auf OT geht beim Ankurbeln. Und nicht ohne entsprechende Geräuschentwicklung, da würde mit Sicherheit ein Zischen oder ähnliches zu hören sein.
Anderer Gedanke: Kolbenringe verklebt oder Zylinder/Kolben verschlissen? Dass sich die Luft dort ihren Weg sucht? Das wäre natürlich der worst case :shock: Aber auch das würde man sehr wahrscheinlich hören. Nur wenn er vorher lief, kann durch ein halbes Jahr Standzeit nicht der Kolben oder Zylinder verschleißen. Die Ringe könnten in der Zeit allerdings eventuell verklebt sein.

Das sind jetzt erstmal wieder meine Gedanken dazu. Irgendwie muss der Bock doch zum Laufen zu bringen sein.

Viele Grüße
Christian

Rudi
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Re: MAH 916 springt nach Wechsel Kopfdichtung nicht an

Beitragvon Rudi » Mi 5. Dez 2018, 18:06

hallo
Das was Christian sagt ist auch mein Gedanke.
Möchte aber noch folgendes ergänzen.
Wenn die Kompession an den kolbenringen weg geht sollte
man es höhren können. Deckel hinten am Kurbelgehäuse
abschrauben und Kolben gegen die Kompression drehen.
Wenn es dann laut zischt geht sie an den Ringen weg.
Zweiter Test:
Motoröl in dem Brennraum spritzen, ca ein halbes Schapsglas Öl,
und ein paar mal durchdrehen. Ist das Zischen merklich weniger
geworden liegts an den Ringen.
Kannst auch dem Kipphebelbock abbauen dann bist Du von den Steuerzeiten
weg und wenn dann nix an Kompression da ist leigts auch am Kolben.
Sollte aber doch was da sein dann stimmen die steuerzeiten nicht.
Halte uns auf dem laufenden bin gespannt was dabei rauskommt.
Gruß Peter

Quiesel
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Re: MAH 916 springt nach Wechsel Kopfdichtung nicht an

Beitragvon Quiesel » Mi 5. Dez 2018, 18:55

Ich wieder spreche euch mal ;)
Wenn nach 15sek die Ventilschaft vorne (also Richtung ZK) schön feucht ist, sind die Ventile nicht gut eingeschliffen und dichten nicht ab.
Benzin ist dabei als Medium, so finde ich, nicht gut geeignet.
Es löst das Öl am Schaft und verdunstet im ventilsitz, sodass man nicht beurteilen kann ob’s noch genau so drin steht, weg gelaufen ist oder verdunstet.

Wenn die Kompression so mager ist musst du mal die hörlappen an sämtliche stellen halten und hören wo es zischt. Irgendwo muss sie hin!

Gruß
Matze

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Re: MAH 916 springt nach Wechsel Kopfdichtung nicht an

Beitragvon Quiesel » Mi 5. Dez 2018, 19:20

Da fällt mir noch was ein.
Welchen Zustand haben die Ventilführungen und die Feder?
Nur weil sie in ausgebautem Zustand etwas dichten, heißt es noch lang nicht das sie dies auch im eingebauten Zustand machen.
Ventilfeder noch ordentlich stramm?

Gruß

willy
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Re: MAH 916 springt nach Wechsel Kopfdichtung nicht an

Beitragvon willy » Do 6. Dez 2018, 07:06

Hier nochmal paar wichtige Fakten, um auf einen gemeinsamen Stand zu kommen:
--> Vor dem Wechsel der ZKD ist das Ding schon ziemlich bescheiden angesprungen... aber lief dann für meine Begriffe recht vernünftig
--> Undichtigkeit in ZKD gesehen und gehört
--> ZKD gewechselt und Ventilspiel neu eingestellt (sonst nichts verändert)
--> Nach den "Service-Arbeiten" keine einzige Zündung mehr zustande gebracht. Wirklich KEINE EINZIGE
--> ins Zweifeln gekommen und ALLES in Frage gestellt: Steuerzeiten und Förderbeginn geprüft --> Alles einige Grad zu spät
--> Nockenbuchse um einen Zahn in Richtung "früh" verdreht --> Steuerzeiten haben jetzt besser gepasst
--> Einspritzdüse hat ganz kurz vor OT angefangen einzuspritzen, und ganz kurz nach OT damit aufgehört (für meine Begriffe "perfekt")
--> Einspritzdruck und Spritzbild geprüft... vom Landmaschinenschlosser als "noch i.O." eingestuft
--> trotzdem neue/regenerierte Einspritzdüse geordert und verbaut und im späteren Testbetrieb etliche Male mit der alten getauscht, natürlich ohne Veränderung
--> zuletzt Kompression mal mit einem "ordentlichen" Kompressionsprüfgerät gemessen und 6 bis 8 bar gemessen (Habe die 6 Bar als Null deklariert, weil das ja fürn Saugdiesel quasi Null ist)
sorry wegen der Verwirrung
--> meiner Berechnung zufolge, würde ein Kompressionsverlust von 20 auf 6 bar eine Verringerung des Kolbenweges im bzw. vorm OT von 2,3 cm bedeuten
--> also Pleuel auf Biegung geprüft (natürlich im eingebauten Zustand) --> Pleuel ist Kerzengerade

Wir haben jetzt die Nockenbuchse in der 1-Zahn-Verstellung auf "früh" gelassen, weil da wie gesagt alles besser gepasst hat
Außerdem haben wir noch Spiel in dem Kipphebel-Lagerungen festgestellt, die sicherlich zu den konfusen Steuerzeiten beitragen.

Jetzt haben wir die Westfalia erstmal eingemottet...
Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals über ein Stück Technik dermaßen aufgeregt zu haben. Was 'ne scheisse...


 


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