Kipphebel - Bruch

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Oldifan
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Kipphebel - Bruch

Beitragvon Oldifan » So 18. Feb 2018, 00:58

Hallo zusammen!

Heute ist mir ein großes Maleur passiert.
Ich habe meinen Cunewalder LD 130 aus dem Schuppen geholt und gestartet, da ich testen wollte, ob ich ihn bei diesen Temperaturen starten kann, da er ja keine Lunte hat.
Ich hatte wohl die Einspritzmenge vorher etwas zu hoch gestellt oder der Regler hat geklemmt. Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall habe ich ihn nach dem vierten Versuch anbekommen, er hatte aber sehr schnell hochgedreht, die Drehzahl ging fast durch. Ich hab natürlich sofort die Pumpe zurück gedreht, aber er lief dennoch erst mal sehr schnell.

Auf jeden Fall sind alle beiden Kipphebel abgebrochen. Ich hab mich gewundert, da ich ihn nach dem Abstellen nicht wieder anbekommen habe. Hab dann den Deckel zu den Ventilen geöffnet und die Bescheerung gesehen. Schei...
Warum das denn nun? Kann es sein, das es zu kalt war und sie der schnellen Belastung nicht gewachsen waren?
Heute war es 4° C.
Es war genug Spiel vorhanden und der Motor lief ja auch schon ein paar mal.
Was nun? Solche Kipphebel werd ich doch wohl kaum bekommen.

Oder hat jemand noch einen alten Kopf, der zerfroren ist und die Hebel noch da sind.
Über jeden Hinweis bin ich euch dankbar!

Viele Grüße. Oldifan Jörg

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Re: Kipphebel - Bruch

Beitragvon Deutzschieber » So 18. Feb 2018, 09:26

Moin Moin,

das sind keine guten Nachrichten, tut mir echt Leid.
Wenn beide Kipphebel abgebrochen sind würde ich dir dringend raten den Kopf abzubauen und den Kolben auf Schlagmale von den Ventilen zu überprüfen. Dreht der Motor denn überhaupt noch frei durch?
Wie viele Startversuche hast du unternommen bevor er durchgegangen ist? Ich vermute das er beim Zünden den zuvor durch die Startversuche zugeführten unverbrannten Kraftstoff mit verbrannt hat. Ist natürlich nur eine Vermutung.
Ich drück dir die Daumen das es kein Kapitaler schaden ist.

LG
Gerd

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Re: Kipphebel - Bruch

Beitragvon Borstel » So 18. Feb 2018, 12:17

Hallo!
Schöne Sch...!
Das beim Durchgehen Kippphebel brechen, habe ich noch nicht gehört.
Da muss ja was mit den Steuerzeiten nicht stimmen.
Oder die Ventile gehen in den Führungen zu schwer.
Da muss auf jeden Fall der Zylinderkopf runter.
Wenn der Kolben Abdrücke von den Ventilen hat, stimmen die Steuerzeiten nicht mehr.
Bis bald!

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Re: Kipphebel - Bruch

Beitragvon Oldifan » So 18. Feb 2018, 17:32

Hallo zusammen.

Danke für die Antworten! Der Motor lässt sich gut durchdrehen, natürlich bis auf den Schwerpunkt, da ja kein Ventil öffnet.
Werde nächstes Wochenende den Kopf runternehmen und schauen, ob noch mehr Schaden zu sehen ist. Wie gesagt, Startversuche hatte ich vier. Er wollte nicht gleich.

Hab danach zur Beruhigung meinen Colo 2 Stunden laufen lassen. Mehr ging leider nicht, wegen dem Nachbarn. Das hat mich wieder etwas runtergebracht und die erste Wut war verflogen. :oops: :lol:

Ein schönes Restwochenende wünscht Oldifan Jörg

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Re: Kipphebel - Bruch

Beitragvon Rik Lemmens » So 18. Feb 2018, 21:36

Es kann sein, dass die Zähne von der Nockenwelle abgebrochen sind, wegen zu schneller Geschwindigkeit.
dann ist die Timing nicht mehr korrekt, und der Kolben schlägt gegen die geöffneten Ventile.
Rik

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Re: Kipphebel - Bruch

Beitragvon Oldifan » Sa 24. Feb 2018, 18:26

Habe heute die beiden Kipphebel ausgebaut. Sie sind beide an der schwächsten Stelle abgebrochen, gleich neben der Einstellschraube.

Nun meine Frage an euch oder jemanden, der soetwas schon gemacht hat.

Kann man die Kipphebel hartlöten? Evtl. mit Silberlot?
Oder mit Messinglot und Flussmittel? Beides ist ja laut google möglich.
Hartlöten ist für mich als Heizungsbauer kein Problem.
Das blöde ist ja sicher, dass die Hebel eine gewisse Belastung aushalten müssen.
Ansonsten weiß ich mir keinen Rat weiter. Ohne die passenden Hebel kein betriebsfähiger Motor.

Oder hat jemand noch etwas passendes? Vielleicht auch einen zerfrorenen Kopf?

Vielen Dank schonmal!

Ein schönes Wochenende und viele Grüße von Oldifan Jörg.

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Re: Kipphebel - Bruch

Beitragvon BUMI » So 25. Feb 2018, 10:48

Moin, schweißen sollte gehen, hat mir mal ein Nachbar gemacht. Allerdings hat der Motor bei mir nicht gelaufen. (Dieter, der MWM RL11, den Du von mir bekommen hast, hatte einen geschweißten Kipphebel - ist der mal gelaufen?).
Noch eine Frage: Wie sehen denn die Stößelstangen aus - sind die so stabil, dass die die Kipphebel killen können?
Ich hätte eher verbogene Stößel als gebrochene Kippheben erwartet.
Gruß, Burgfried
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Re: Kipphebel - Bruch

Beitragvon Oldifan » So 25. Feb 2018, 11:34

Hallo,

Die Stößelstangen sind gerade. Die Ventile auch in Ordnung und sie schließen. Finde auch keinen Abdruck oder ähnliches auf dem Kolben. Ist und bleibt mir ein Rätsel.
Die Steuerung und Zahnräder sehen auch gut aus.

An der Stelle, wo sie gebrochen sind, sind sie auch noch sehr filigran.
Ich denke, dass das Hartlöten kein Problem ist. Ich sehe eher das Problem der Belastung und Haltbarkeit.
Werde heute mal ein Foto machen und einstellen.

Viele Grüße. Jörg