Spiel Kolbenringe

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Hist. Fahrzeuge
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Spiel Kolbenringe

Beitrag von Hist. Fahrzeuge » Sa 31. Dez 2016, 08:56

Hallo,
kann mir jemand das Spiel zwichen Kolbenring innen und dem Nutengrund am Kolben sagen.
Ich muss mittels Drehvorrichtung eventuell die neuen Kolbenringe innen ausdrehen. Am Nutengrund der Kolben will ich nichts machen, sie haben alle den gleichen Durchmesser. Die Hersteller bzw. Lieferanten (Wahl, Fellbach) drehen die Ringe innen auch aus.
Ein gutes neues Jahr
Wünscht
Werner

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Re: Spiel Kolbenringe

Beitrag von Hist. Fahrzeuge » Di 3. Jan 2017, 10:34

Hallo,
kennt niemand aus dem Forum die Maße?
Gruß
Werner

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Standuhr
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Re: Spiel Kolbenringe

Beitrag von Standuhr » Di 3. Jan 2017, 12:48

Hallo Werner,
ich bin kein Motoreninstandsetzer aber ein paar Grundgedanken. Der Kolbenring dichtet radial und an der Stirnfläche ab. Das Nutspiel zwischen Kolbenring und Kolben muß so groß sein daß wenn sich der Kolben ausdehnt das Spiel noch gewährleistet ist und der Ring nicht klemmt. Vergleichbar mit dem Kolbenspiel in der Laufbüchse! Meß doch mal den Innendurchmesser des alten eingebauten Ringes in der Laufbüchse,so stark werden die verchromten Ringe doch nicht verschlissen sein????Ich denke auch daß das Spiel recht hoch ist im Vergleich zum Stoßspiel und Spiel der Nutbreite. Selbst wenn der Kolben in seinem Büchsenspiel "herumeiert" darf der Nutgrund nicht auf den Ring drücken.

Hier noch ein interessanter und aufschlußreicher Link: http://www.rupertdangl.quit-clan.de/001 ... nringe.pdf
Vielleicht kann das auch der Motoreninstandsetzer des Vertrauens beantworten,klar hängt von einigen Faktoren ab, es gibt jedoch sicher eine Faustformel!!

Gruß Klaus

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Re: Spiel Kolbenringe

Beitrag von Standuhr » Di 3. Jan 2017, 19:30

Hallo Werner,
ich wußte da war noch was!!!! :D
Hier wird deine Frage beantwortet!!
http://www.ikf-kolbenringe.de/
Seite aufrufen und auf Einbau klicken!!
spiel.jpg
spiel.jpg (74.44 KiB) 2223 mal betrachtet
Wie du siehst sind einige Zehntel notwendig um dem Kolbenring genug Raum zu lassen!!

Gruß Klaus

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Re: Spiel Kolbenringe

Beitrag von Hist. Fahrzeuge » Di 3. Jan 2017, 20:36

Hallo Markus, Hallo Klaus,
danke für Eure Beiträge. Jetz komme ich weiter.
Habe mir Kolbenringe für den kleinen Güldner hier in Stuttgart besorgt und muss diese eventuell innen ausdrehen. Kobenringe sind noch nicht geliefert. Außendurchmesser und Breite stimmt.

Nochmals Vielen Dank.
Gruß
Werner

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Re: Spiel Kolbenringe

Beitrag von gft » Di 3. Jan 2017, 20:48

Hallo Werner,
der Link von Standuhr ist sehr informativ, ein gutes Lehrhilfsmittel!
Bezüglich deiner Anfrage habe ich keine weitere schriftliche allgemeingültige Information für dich!
Das Innenmaß der Ringnut im Kolben ist so ziemlich das unwichtigste Einzelmaß im ganzen Ring - Nut - Dichtsystem!
Da ist Eigenspannung, Offenmaß, Stoßspiel, Nutspiel, Nenndurchmesser, Laufspiel usw. weit wichtiger!

Aus der logischen Überlegung heraus ist die Eigenspannung des Ringes abhängig von seiner Materialstärke, so das bei einem innen ausgedrehten Ring diese sich verringern wird!
Somit geht die Dichtkraft bzw seine Abstreiffähigkeit zurück!
Daher sollte diese Spannung mit dem Alten erst verglichen werden, ob man den mal berechneten Ring ändert, oder doch besser die Nut anpasst.

Bei der Nuttiefe muss die natürlich so groß sein, das der Ring vollständig rein passt, klar!
Damit ist Nuttiefe gleich Ringstärke!
Beim ersten Verdichtungsring kommt noch das Maß des achsialen Nutspiel hinzu, damit eine Druckkammer für den Kompressionsdruck als zusätzliche Anpresskraft entstehen kann!

Die Kolbenwerkstoff ist im Regelfall Alu, oder auch bei alten Motoren Guss! Die Ringwerkstoff ist Guss oder Stahl! somit ist der Wärmeausdehnungskoeffizient vom Kolben immer größer oder gleich dessen vom Ringwerkstoff, was bedeutet das dieser niemals durch Wärme aus der Nut raus gedrückt werden kann!
Tiefer rein als außen Bündig geht der Ring ebenfalls im laufenden Betrieb nicht, da dann der Kolben die Zylinderwand berührt! Das bedeutet "Fressen" und ist der Tot der Baugruppe!

Der Ring schaut also im theoretischen Normalfall mit dem halben Maß des Kolbenlaufspiels auf jeder Seite aus der Ringnut, hin und her geschoben vom Kolbenkippmoment beim Wechsel zuischen Auf und Abbewegung in dem Zylinder! Die Wärmeausdehnung erhöht oder verringert das Kolbenlaufspiel, aber unter 0 geht es nicht!

Der Wert zwischen 0 und dem kleinsten Laufspiel im realen Betrieb ist dann der, welcher ungenutzt quasi das innere Ringspiel bildet! Dies innere Ringspiel wird durch Ring und Zylinderverschleiß im Laufe des Motorenlebens immer größer, niemals kleiner! Im praktischen Betrieb bleibt es jedoch konstant, da der entstehende Raum mit Ölkohle und Verbrennungsrückständen aufgefüllt wird!

Daher ist es immer so wichtig, diese zu entfernen, wenn neue (dann wieder dickere) Ringe montiert werden, welche den Raum dann benötigen!

Wie gesagt, habe darüber bisher noch nichts lesen können, somit ist das eine rein logisch überlegte Definition! Sollte stimmen, aber ohne Garantie!

Ich hoffe, das hilft ein wenig,.......

Grüße,
Dieter

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Re: Spiel Kolbenringe

Beitrag von Hist. Fahrzeuge » Mi 4. Jan 2017, 18:07

Hallo Dieter,
danke für Deine Nachricht. Muss vielleicht max 1mm innen ausdrehen. Die Kolbenringhersteller
drehen alle innen aus.

Gruß
Werner

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Re: Spiel Kolbenringe

Beitrag von gft » Mi 4. Jan 2017, 19:47

Hallo Werner,
da ja dann die alten Ringe auch nicht dicker gewesen sein können, wenn du die alten Nuten nutzt, sollte das mit der Ringspannung eigentlich kein Problem sein!
War nur eine Anmerkung aus der allseitigen Betrachtung des Themenbereiches,....
Habe selber noch nie drüber nachgedacht, einen Ring auszudrehen, berichte mal wie das klappt,....

Gruß,
Dieter

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Re: Spiel Kolbenringe

Beitrag von emm » Mi 4. Jan 2017, 22:46

Hallo Werner,

bei meinem Bautzner (Gusskolben 154,8 mm; Ringnut 8 mm hoch mit 144,8 mm Eindrehung) sind die Ringe 4,8 mm stark. Also 0,2 mm Spiel rundum.

Gruß Markus
Mitglied M183 in der Interessengemeinschaft Historische Motoren Deutschland (IGHM)

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