Junkers 1hk 60

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wolfgangmarek
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Junkers 1hk 60

Beitrag von wolfgangmarek » Do 22. Dez 2016, 17:38

Grüss Gott, ist es möglich, einen 1hk60- 1hk65- auch auf Gas mit Glührohrzündung laufen zu lassen.. meine Überlegung: Motor hat keine Kurbelgehäuse Spülung,( danke Burgfried) sondern Flatterventiele (sag ich jetzt mal so)... also wie Ihr ja wisst, Motoren auf Gas umzubauen sind meine Passion- mein Hobby --- ist dieses überhaupt möglich??? ich vermute ja-- oder was ich ich dabei beachten???...Gruss Wolfgang

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emm
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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von emm » Do 22. Dez 2016, 18:34

Wolfgang, das ist meiner Ansicht nach keine besonders gute Idee.
Das Rohr müsste ca. 50 Bar Kompressionsdruck aushalten und dürfte maximal circa 14 mm Durchmesser haben, denn so nahe gehen die beiden Kolben in der Mitte zusammen. Durch seine Anwesenheit im Brennraum würde es die Verdichtung von 17,4 noch mehr in die Höhe treiben; da würde der Motor wohl ganz gut klopfen ... falls das Gemisch nicht nicht schon beim 1. Spülen ins Gehäuse durchzündet! :shock:
Der Motor spült übrigens sehr wohl über das Kurbelgehäuse, denn die Spülpumpe drückt die angesagte Luft in das Gehäuse, das dann als Druckspeicher dient. Von dort aus strömt sie dann nach Freigabe der oberen Spüllöcher durch den oberen Kolben in den Zylinder ein.

Markus
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meisteradam
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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von meisteradam » Fr 23. Dez 2016, 06:58

Hallo :P

Soweit ich weiß wurden um 1900 von ein paar Herstellern Zweitaktmotoren mit Glührohrzündung gebaut.
Da waren aber dann gesteuerte Einlaßventile verbaut. (Hans Grade, Magdeburg)
Es gab auch welche, bei den das Glührohr durch eine Art Klappe vom Brennraum abgetrennt war und gesteuert geöffnet wurde.

Wenn man sich das Grundprinzip der Glührohrzündung anschaut, ist es wichtig, daß die Spülung und Füllung immer gleichmäßig vonstatten gehen. Sonst funktioniert das mit der Zündung durch den glühenden Bereich des Glührohres nicht so regelmäßig.
Dadurch würde der Motor völlig unregelmäßig laufen.

Das Glührohr ist ein hohles Röhrchen aus Edelstahl, Keramik, Platin. In diesem entzündet sich das Gemisch am glühenden Bereich.
Durch den engen Innenbereich des Rohres wird es nach der Zündung nicht richtig gespült. Es bleiben im Rohr die verbrannten Abgase zurück und trennen beim neuen Laden von frischem Gemisch die Mischung vom glühenden Bereich. Erst wenn geladen ist und die Kompression beginnt, werden die verbrannten Abgase im Röhrchen durch das frische Gemisch verdichtet.
Irgendwann berühren dann die brennbaren Gase den glühenden Bereich und die Zündung erfolgt :!:
Dann geht es wieder von vorne los.

Dies bei einem Gegenkolbenmotor, welcher im Zweitaktprinzip mit Spülschlitzen arbeitet zu bewerkstelligen, halte ich für sehr aufwändig.

Die 14 Millimeter zwischen den Kolben sind absolut unwichtig, da das Glührohr nicht in den Brennraum hineinragt :!:

MfG ;)
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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von BUMI » Fr 23. Dez 2016, 10:39

Moin, spült der wirklich durch den Kurbelkasten? Wenn schon angehängte Spülpumpe, würde ich möglichst wenig schädlichen Raum auf der Druckseite erwarten. Andererseits erzeugen die auswärts gehenden Kolben Überdruck. Die selben Kolben machen im Einwärtshub dann wieder Unterdruck, der von der Spülluftpumpe aufgefüllt werden müsste ....... so ganz logisch erscheint mir das nicht.
Ich fand im Netz kein vernünftiges Schnittbild - kann jemand eines einstellen, an dem man den Spülluftlauf erkennen kann?
Gruß, Burgfried
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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von Christian Rady » Fr 23. Dez 2016, 12:29

Moin!

Ja, bei den Junkers HK-Motoren ist das gesamte Kurbelgehäuse Spülluftraum.
IMG_20161223_0001.jpg
IMG_20161223_0001.jpg (138.64 KiB) 2024 mal betrachtet
Nicht umsonst ist der Ölpeilstab dicht verschraubt. Bei Dieselbetrieb hast du nur vorverdichtete Luft im Kurbelgehäuse, also eigentlich keine Explosionsgefahr. Trotzdem hatten die Gross-HK Brechplatten in den Kurbelgehäusedeckeln.
Wenn du ein fertiges Gas-Luft-Gemisch über den Luftfilter ansaugst, hast du das gesamte Kurbelgehäuse voll mit leicht verdichtetem explosivem Gemisch.

:idea: !!! Lass es, Wolfgang, du hast damit eine Bombe in der Wekstatt!!! :idea:

Nur als Anmerkung: die ersten gasbetriebenen Oechelhäuser-Junkers hatten getrennte Spülpumpen für Gas und Luft, ebenso die im Zweitakt arbeitenden Grossgasmaschinen von Körting.
Bei kleinen Benzin-Zweitaktern ist die Spülung mit Gemisch unkritisch, das Kurbelgehäuse hat nur ein geringes Volumen und ist stabil genug, um ein allfälliges Durchzünden auszuhalten.

Weihnachtsgrüße ausm Barnim!

Christian
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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von Christian Rady » Fr 23. Dez 2016, 12:44

Moin!

Noch ne Ergänzung: Im Bild ist Nr. 14 der rechteckige Spülpumpenkolben. Er ist auf dem oberen Arbeitskolben verschraubt und hat ca. 5 mal soviel Fläche wie diese. In einer Platte darüber liegen Saug- und Druckventile. Die Saugventile öffnen vom Luftfilter in Richtung Spülpumpenkolben, die Druckventile über zwei eingegossene Kanäle zum Kurbelgehäuse.
Vorteil: durch die große geförderte Spülluftmenge fällt der "schädliche Raum" nicht mehr ins Gewicht, und es ergibt sich ein sehr gleichmäßiger Spülluftdruck.

So, das wars erstmal!

Christian
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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von wolfgangmarek » Fr 23. Dez 2016, 13:18

Grüss Gott, vielen Dank für Eure Tipps- vielleicht finde ich in Burkhartsdorf einen, der mir den Regler zusammen baut-- Frohe Weihnachten... Gruss Wolfgang

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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von Junkers 2HK108 » Fr 23. Dez 2016, 14:28

Junkers.PNG
Junkers.PNG (296.68 KiB) 2002 mal betrachtet
Beim Junkers HK65 kommt keine Spülluft ins/vom Kurbelgehäuse.
Fotos 05.06.2007 039.jpg
Fotos 05.06.2007 039.jpg (67.79 KiB) 2002 mal betrachtet
Grüße
Franz

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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von emm » Fr 23. Dez 2016, 18:51

meisteradam hat geschrieben:...
Das Glührohr ist ein hohles Röhrchen aus Edelstahl, Keramik, Platin. In diesem entzündet sich das Gemisch am glühenden Bereich.
Durch den engen Innenbereich des Rohres wird es nach der Zündung nicht richtig gespült. Es bleiben im Rohr die verbrannten Abgase zurück und trennen beim neuen Laden von frischem Gemisch die Mischung vom glühenden Bereich. Erst wenn geladen ist und die Kompression beginnt, werden die verbrannten Abgase im Röhrchen durch das frische Gemisch verdichtet.
Irgendwann berühren dann die brennbaren Gase den glühenden Bereich und die Zündung erfolgt :!:
Dann geht es wieder von vorne los.
...
Die 14 Millimeter zwischen den Kolben sind absolut unwichtig, da das Glührohr nicht in den Brennraum hineinragt ...
Ah, jetzt hab' ich's auch verstanden! :idea: Danke Thomas, hatte bisher wenig "Kontakt" mit Glührohrzündungen... ;)
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Christian Rady
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Re: Junkers 1hk 60

Beitrag von Christian Rady » Fr 23. Dez 2016, 19:35

Moin!

Aus der Originalbetriebsanleitung für den NZD 9/12 Bauart Junkers:
IMG_20161223_0002.jpg
IMG_20161223_0002.jpg (58.91 KiB) 1955 mal betrachtet
Wer lesen kann, ist manchmal schon im Vorteil :idea:

Weihnachtliche Grüße ausm Barnim!

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