Deutz MKH 247 technische Daten

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gft
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Re: Deutz MKH 247 technische Daten

Beitragvon gft » Di 13. Dez 2016, 20:40

Hallo Lutz,
der Argentiner sieht ja schon mal klasse aus, sehe du hast ein Händchen dafür!

Auf den Videos ist ja schon mal was zu sehen, aber wie man auch sieht laufen die alle sehr langsam, ohne Last und mit dicken Stützen!
Ohne dem kannst das mit Sicherheit vergessen, aber wie gesagt, ausprobieren,......

Der Unterschied zwischen Licht und Gewerberädern liegt zum einen in der Breite und vor allem im Gewicht!

Breite:
Ein "Lichtrad" heißt, die Anlage soll Strom machen, sprich auf dem Schwungrad liegt ein Riemen, welcher einen Generator treibt! Die Breite muss ausreichend sein, die abgebende Kraft übertragen zu können, wobei die Breite der Generatorscheibe den Kraftstrang begrenzt!
Im "Gewerbebetrieb" liegt auf einer Nebenriemenscheibe oder Kupplung der Antriebsriemen zur Transmission, welche langsamer als ein Generator läuft!

Gewicht:
Jede Verdichtung braucht Energie aus der Schwungmasse und jeder Arbeitstakt gibt diese zurück, ergänzt um die abgegebene Energie an fremde Verbraucher! Je höher die Verdichtung, desto größer die Massenverzögerung und -beschleunigung!
In einer Transmissionsanlage ist diese Beschleunigung und Verzögerung vernachlässigbar, aber die geringere Masse kann schneller auf Lastschwankungen reagieren!
Im Generatorbetrieb geht jede Drehzahländerung je nach Übersetzung zum Generator mit einem Faktor 3 - 4 in den Generator, so dass dies vom Regler nicht so schnell ausgesteuert werden kann! Das Ergebniss ist Flackern! Dies ist zumindest damals nur mit viel mehr Schwungmasse oder mehr Zylindern zu verhindern gewesen!

Vom Bild her hätte ich auf ein "leichtes" Gewerberad getippt! Das läuft vom Motor her unruhiger, aber gibt mehr Reserven für "Fundamentgewichte"
Eine niedrige Kompression, am besten in Verbindung mit geringen Einspritzmengen beruhigt einen Motor ebenfalls, aber irgendwann springt er nicht mehr an, klar,....

Gruß,
Dieter

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gft
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Re: Deutz MKH 247 technische Daten

Beitragvon gft » Di 13. Dez 2016, 21:00

Zur Lagerung der Welle folgendes,....
Man sollte sie lagern oder transportieren mit einer "Transportsicherung" wie bei einer Waschmaschine!
Dies heißt eine Fixierung, Brücke, Zwischenlage mit Spanngurten oder wie auch immer auf der Gegenseite des Kurbelzapfens in der Kurbelwelle!
Das Gewicht des Rades kann, (muss aber nicht) besonders bei Straßentransporten die Welle in der Form verbiegen, das die Kröpfung krumm wird!
Eine vorsichtig abgelegte Welle bekommt jedoch meist nix ab, mann weiss aber nie,.....

Mir ist keine zuversichtliche Messmethode bei ausgebauter Welle bekannt, lasse mich da aber gern belehren!

Die einzig mir bekannte Messmethode ist die eingesetzte Kurbelwangenmessuhr nach Einbau der Welle und Ausrichtung mittels Maschinenfeinwasserwaage!
Die "Atmung" der Welle im Umlauf soll ein Zehntel Milimeter nicht überschreiten! Ist dieser Wert auch durch Lageänderung des Außenlagers nicht in den Griff zu kriegen, ist die Welle krumm, Thema durch, Teuer!

Auch vor diesem Hintergrund ist`s bei den Außenlagermotoren so wichtig, das stimmig und stabil zu haben!
Eine krumme Welle bricht, definitiv!
Nur die Frage wann, das weiß keiner!

Gruß,
Dieter

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meisteradam
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Re: Deutz MKH 247 technische Daten

Beitragvon meisteradam » Mi 14. Dez 2016, 05:56

Hallo Lutz :P

Soweit ich mich erinnern kann wurde der Körting vorletztes Jahr weit im Norden der Republik verkauft (Ostfriesland?).
Ich würde fast darauf wetten, daß es sich um diesen Motor handelt.
Der Preis war super! Ich war auch in Versuchung! :roll:

Da kommen wir jetzt zu dem Thema mit den Schwungrädern und der Kurbelwelle.
Der Körting hat zwei Schwungräder und kein Außenlager!
Das ist also von Anfang an auf diesen Einsatz angelegt.
Ich glaube der Körting hat 16 PS. Das bedeutet, daß er maximal 16 PS über den Treibriemen zu übertragen hat.
Durch die zwei Schwungscheiben ist die Schwungmasse gleichmäßig verteilt.
Bei dem Deutz MKH239 müssen 40 PS über den Treibriemen übertragen werden!
Dazu ist schon ein mächtiger Riemen mit einer gewaltigen Vorspannung nötig!
Diese Spannung macht die Sache mit dem Außenlager so wichtig!
Da du das Ganze fahrbar machen möchtest, gehe ich mal davon aus, daß der Motor dann öfter mal bei öffentlichen Veranstaltungen vorgeführt werden soll. Da geht dann die Gefahr los :!: :!: :!:
Wenn dein Unterbau nicht absolut stabil und verwindungssteif ist, wird sich dein Außenlager durch die Eigenschwingungen des Motors bewegen.
Sollte dabei die Kurbelwelle nur um 2 oder 3 Zehntel Millimeter hin und her bewergt werden, wird im Laufe der Zeit durch die Materialermüdung die Kurbelwelle brechen :!: :!: :!: :!:
Sollte dies im Betrieb geschehen, und das Schwungrad macht sich dann selbstständig, möchte ich nicht in der Nähe stehen.
Das ist eine Gefahr für Leib und Leben aller Menschen in der Nähe. Die Masse eines Schwungrades, das sich mit 250 U/min oder sogar schneller dreht ist nicht zu unterschätzen.
Mal abgesehen von der vielen Arbeit und dem Geld das du dann in das Projekt gesteckt hast.

Zum Thema Gewerbeschwungrad und Lichtschwungrad:

Das Gewerbeschwungrad ist etwas leichter ausgebildet. Es wird an Sägegattern, Mühlgängen und vielen anderen angetriebenen Maschinen eingesetzt. Dabei können kurzfristig Überlastungen auftreten, welche sich dann aber schnell wieder erholen können. Da ist ein etwas ungleichmäßiger Lauf (Umdrehungszahl) nicht so wichtig.

Das Lichtschwungrad ist wesentlich schwerer ausgebildet. Der Begiff "Lichtschwungrad" sagt schon etwas über den Einsatzbereich.
Es wird in Verbindung mit Strom verwendet. Also zum Antrieb eines Generators. Dabei ist eine möglichst konstante Drehzahl sehr wichtig.
Bei wechselndem Strombedarf bzw. wechselnder Stromabnahme hilft die im sich drehenden, schwereren Schwungrad gespeicherte Energie dabei die Drehzahl möglichst konstant zu halten. Der Regler des Motors kann garnicht so schnell arbeiten.

Ich hoffe es ist so verständlich erklärt.

Ich schicke dir mal eine PN. Dann können wir mal telefonieren.

MfG ;)
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Re: Deutz MKH 247 technische Daten

Beitragvon Ellzeh » Mi 14. Dez 2016, 08:29

Moin, moin!
Erstmal sage ich wow!
Habe mich ja gerade erst in diesem Forum angemeldet, und muss sagen dass ich beeindruckt bin.
Fachlich, sinnvolle Beiträge zu technischen Fragen eines Neulings sind in den meisten Foren nicht gerade selbstverständlich.

@meisteradam
Ja, dieser Motor auf dem Video ist der, der jetzt auf diesem wunderbaren Anhänger steht.
16 PS, zwei Schwungräder und eine kuppelbare Riemenscheibe. Tolles Gerät.
Nur das mit dem Ankurbeln ist etwas kraftzerrend, deswegen hat er einen elektrischen Anlasser eingebaut.
Der ist in gute Hande geraten.

Die Kurbelwelle ist sicherlich nicht vorteilhaft gelagert. Das diese durch falsche Lagerung verbiegt, kann ich mir nicht so recht vorstellen,
allerdings sollte man das Gewicht des Schwungrades wohl nicht unterschätzen.
Mittlerweile liegt diese aber ca. 30 Jahre so, also umlagern zwecklos.

Sollte sich mein Vorhaben umsetzen lassen, wird der Motor sicherlich nicht viel mehr,als im "Stand" laufen.
Als mobile Antriebskraft müsste man auch hier möglichst eine kupplebare Riemenscheibe haben.
Allerding, was zum Antreiben hätten wir,....

@Dieter
für dich noch mal ein Bild von meinem Pampa
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Re: Deutz MKH 247 technische Daten

Beitragvon BUMI » Mi 14. Dez 2016, 11:10

Moin, das "Lichtschwungrad" hat die Aufgabe, die Ungleichförmigkeit der Drehzahl während zweier Umdrehungen in bestimmten Grenzen zu halten. Im Expansionshub wird das Schwungrad beschleunigt, wird dann im Auspuff-und Ansaghub langsamer und dann im Verdichtungshub noch mal richtig langsam um dann wieder beschleunigt zu werden.
Das ist sehr schön bei den langsam laufenden Motoren zu sehen, die sich mit letzter Kraft über den Totpunkt wälzen und dann als Erholung eine Zündung auf die Mütze bekommen.
Im Generatorbetrieb das führt zu unerwünschten Frequenzschwankungen. Wenn mehrere Generatoren zusammen arbeiten sollen kann das Probleme geben.

Was die Regelung des Motors angeht, bin ich nicht sicher, ob ein schweres Schwungrad hilft. Der Proportionalregler wird erst aktiv, wenn eine Regelabweichung auftritt. Beim leichten Schwungrad merkt der Regler das sehr schnell und kann reagieren.
Beim schweren Schwungrad fängt das schwere Schwungrad zunächst die Zusatzlast auf und wird dann langsamer. Deshalb dauert es länger, bis der Regler merkt, dass eine zusätzliche Last dazu gekommen ist. Er muss dann die zusätzliche Last auffangen und dazu das Schwungrad wieder auf die ursprünglich Drehzah bringen.
Eleganter ist es, wenn auf der elektrischen Seite eine Messeinrichtung dem Regler mitteilt, welche Last gefordert wird. dann muss der Regler nicht warten, bis der Motor langsamer wird sondern kann vorsorglich Gas geben.
Gruß, Burgfried
Kultur ist die Zügelung der Gier.
Dicke Eier sind nicht immer ein Zeichen für Potenz - es könnte Krebs sein
Achte auf Deine Träume - der Narr hat schönere als der Weise


 


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