Standmotor, vermutlich Sendling

Hier können Sie nach Motordaten Fragen wenn der Typ und Hersteller bekannt ist

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LuJa
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Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von LuJa » Fr 25. Nov 2016, 17:41

Hallo Zusammen,

da dies mein erster Beitrag hier im Forum ist möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin 46 Jahre alt und beschäftige mich in meiner Freizeit mit Traktoren und Landmaschinen. Seit einiger Zeit habe ich auch zwei Deutz MAH914, welche ich überholt und wieder zum Laufen gebracht habe. Nun habe ich vor ein paar Wochen in einem Internetauktionshaus einen weiteren Motor ersteigert. Er hat zwar ein Frostschaden und ob er läuft war nicht bekannt, aber da er in der Nähe stand habe ich zugeschlagen. Der Motor ist vermutlich ein Sendling. Es sind aber keine Typenschilder oder ähnliches zu finden.
Die Frage also: Ist es wirklich ein Sendling und wenn ja welcher Typ? Die Bohrung beträgt ca. 101..102mm und der Hub beträgt ca. 145mm, die Schwungscheiben haben einen Durchmesser von 500mm.
Kann man anhand der Seriennummer 42087 auf das Baujahr der Maschine schließen?
Die Nummer 087 findet man auch auf vielen Teilen der Maschine. Auf dem Zylinderkopf steht allerdings eine andere Zahl, ist also wohl nicht der Originale.

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Da der Motor nicht gleich lief habe ich den Zylinderkopf abgenommen. Es sah so aus, als ob durch die lange Standzeit (angeblich 20 Jahre) die Ventile nicht mehr richtig abdichteten. Nachdem ich sie neu eingeschliffen habe und alles wieder zusammengebaut hatte sprang der Motor beim ersten Versuch an. Die Freude war natürlich groß.

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Jetzt habe ich allerdings festgestellt, dass die Kurbelwelle auf der Einspritzpumpenseite erhebliches Spiel hat. Daher habe ich die Schwungmasse abgezogen und den Deckel abgenommen. Leider hat die Kurbelwelle kein Standard Kugellager sondern ein Art Rotgussbuchse oder sowas. Kann man sowas noch irgendwo bekommen oder muss man sich so ein Teil in einer Dreherei anfertigen lassen?
Hat vielleicht auch noch jemand eine Bedienungsanleitung und Ersatzteilliste?
Danke für eure Unterstützung schon mal im Voraus.

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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von motorenbau » Fr 25. Nov 2016, 19:13

Hallo

Das ist vermutlich eine frühe Ausführung des Sendling D7. Zumindest dem Schwungraddurchmesser nach. Kannst Du was zum Gewicht oder andere Maße sagen? Abstand der Befestigungsschrauben? Ich habe leider nur eine undatierte Maßtabelle und Sendling hat die Motoren gerne und oft geändert.

Gruß
Christian
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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von motorenbau » Fr 25. Nov 2016, 19:14

Baujahr könnte mit der Motornummer um 1936 liegen.
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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von öllappen » Fr 25. Nov 2016, 19:19

moin , willkommen im forum . ich freue mich das du zu uns gefunden hast . es ist ein sendling motor .leider kann ich nicht viel dazu sagen , da ich kein sendling-experte bin . trotzdem viele grüsse von der nordseeinsel sylt , öllappen
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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von Standuhr » Fr 25. Nov 2016, 19:32

Hallo,
hast du dich erbarmt und den Motor gekauft!! Hat eine sehr schöne verbrauchte Patina und erst der repaierte Frostschaden ,hat was!! Würde sich sicherlich ganz schön auf einer selbstfahrenden Säge machen. Die originalen Lagerbuchsen sind aus Lagerbronze und waren mit Weißmetall ausgegossen!!! Entweder du findest jemand der dir das neu ausgießen kann oder du läßt neue Lagerbuchsen anfertigen,aber wenn dann für beide Seiten sonst macht das ganze keinen Sinn.Weißmetall wäre zu bevorzugen da die Kurbelwelle nicht so hoch vergütet ist,zumindest bei den Benzinern von Sendling!

Gruß Klaus

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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von Aerodriver » Sa 26. Nov 2016, 12:01

Servus aus Regensburg.
Ich wünsche Dir einige interessante Stunden
beim Durchstöbern des Forums und lesen der
Beiträge.
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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von TreckerD » Sa 26. Nov 2016, 18:10

Moin!
Ich hatte bisher noch keinen Sendling in den Fingern und kenne mich deshalb mit denen nicht aus. Deshalb mal eine Frage zu dem Motor hier:
Aud dem 4. Bild sieht man den Motor mit abgenommenen Zylinderkopf. Gewöhnlich erwarte ich zwischen den Stehbolzen Kolben und Zylinder. Wenn da tatsächlich der Kolben zu sehen ist, stellt sich die Frage, warum der mittig einen eingesengten Kegel mit Loch am Ende hat - oder ist es eine Art Vorkammer?

Chereeo
Dirk

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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von wolfgangmarek » Sa 26. Nov 2016, 18:19

Grüss Gott, ich habe auch einen Sendling D7 ( von dem Motor habe ich durch meinem Vater alles lernen müssen !!!!!!!) aber was mich stutzig macht,ist der Regler- bei dir sieht man eine aussenliegende Begrenzung der Drehzahlen, das hat meiner nicht, meiner ist Baujahr 32- aber ich bin stolz, dass es ein Sendling ist--- gehe mal rein auf: You Tube -- wolfgang marek -- da rennt meiner... Gruss Wolfgang

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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von motorenbau » So 27. Nov 2016, 12:07

Hallo Dirk

Der Kolben ist ganz vorne (oberer Totpunkt). Man kann den Brennraum im Kolben sehen, einen sogenannten Acro-Luftspeicher im Kolben. Spätere Ausführungen hatten einen glatten Kolbenboden und den Luftspeicher im Zylinderkopf.

Gruß
Christian
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Re: Standmotor, vermutlich Sendling

Beitrag von TreckerD » So 27. Nov 2016, 17:24

Hallo Christian!

Ich danke Dir für die schnelle Antwort! Sehr interessant! Sehr seltene und aufwändige Lösung.

Chereeo
Dirk

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